Abele, Steinle und die SG Griesingen sind die Sieger

17.09.2014|SZ Ehingen (Andreas Wagner)

Die SZ-Leser haben entschieden: Tischtennisspieler Sebastian Abele, Leichtathletin Kerstin Steinle und die Fußballerinnen der SG Griesingen sind die SZ-Sportler des Jahres 2014. Bei einer Feierstunde im Foyer der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß wurden nicht nur die Gewinner der Wahl, sondern alle nominierten Athleten in den drei Kategorien für ihre Erfolge in der vergangenen Saison geehrt.

Fritz Lehmann, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß, würdigte die Sportler, Sportlerinnen und Mannschaften bei der Feier. "Wir unterstützen die Aktion der Schwäbischen Zeitung als Anerkennung und aus Respekt vor den Leistungen der Sportler", sagte Lehmann. Er wies auch auf die besondere Bedeutung herausragender Athleten für die Vereine und die Öffentlichkeit hin. "Sie als erfolgreiche Sportler sind Vorbilder. Mit den Leistungen in den Wettkämpfen spornen Sie junge Menschen an, aber auch Bekannte, Nachbarn und Arbeitskollegen können Sie für den Sport motivieren." Die Genossenschaftsbank belohnte die Leistungen mit Schecks über 500 Euro (für die Sieger der drei Kategorien), 300 (für die Zweitplatzierten) und 250 Euro (für die Drittplatzierten).

Der Verlagsleiter der Schwäbischen Zeitung Ehingen, Jens Backhaus, hob hervor, wie wichtig eine Aktion wie die Sportlerwahl für die Athleten ist. "Gerade Amateursportler, deren Leistungen in der Öffentlichkeit oft nicht so bekannt sind, haben eine breite Öffentlichkeit verdient." Backhaus freute sich, wie viele Leser sich an der Wahl beteiligt hatten - eingegangen waren deutlich mehr als 600 Stimmzettel. "Ich bin sicher, dass der eine oder andere der Nominierten seine Umgebung mobilisiert hat, mitzumachen." Dennoch fiel die Entscheidung von Platz eins bis fünf in allen drei Kategorien - Männer, Frauen und Teams - zum Teil sehr knapp aus.

Sportler des Jahres: Für den Kleinsten und Jüngsten gab es die größte Trophäe.Tischtennisspieler Sebastian Abele lag bei der Wahl vor den beiden Allmendinger Schützen Armin Roth und Ralf Junghans, die Fußballer Alexander Schien und Sascha Topolovac belegten die weiteren Plätze. Der gerade 13 Jahre alt gewordene Abele, zweimaliger Bezirksmeister der U13, behauptet sich regelmäßig gegen deutlich ältere Jugendliche. Wie die Reaktionen der unterlegenen Gegner ausfielen, wollte SZ-Redaktionsleiter Tobias Götz, der die Sportlerehrung moderierte, wissen. "Ganz unterschiedlich, manche können es gar nicht fassen", so Abele, dessen Vorbild Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov ist. Ob er selbst Profi werden will wie sein Idol? "Ich weiß es nicht, das kann man noch nicht wissen", so der 13-Jährige.

Deutlich reicher an Erfahrung sind die Schützen Armin Roth und Ralf Junghans, Medaillengewinner bei den deutschen Meisterschaften der Vorderladerschützen und Zweiter und Dritter bei der Sportlerwahl. Der 52-jährige Roth zeigte sich verwundert, warum er (einmal Team-Gold, einmal Einzel-Bronze) bei der Wahl vor seinem 45-jährigen Teamkollegen Junghans (einmal Team-Gold, zweimal Einzel-Silber) lag - und lieferte augenzwinkernd gleich eine Erklärung mit: "Ich führe es auf mein etwas gesetztes Alter zurück. Ralf ist jünger und hat noch ein paar Chancen mehr." Das Treppchen knapp verpasst haben die Fußballer Sascha Topolovac, der mit Olympia Laupheim im vergangenen Jahr gleich drei große Erfolge feierte, und Alexander Schien, der mehr als 42 Tore in einer Spielzeit für den Kreisliga-A-Aufsteiger SV Oberdischingen erzielte. Moderator Götz fragte Schien nach dem Erfolgsgeheimnis für seine Treffsicherheit. "Das Quäntchen Glück gehört dazu und immer auch die ganze Mannschaft", sah sich Schien als ein Glied einer Elferkette. "Torhüter, Verteidiger und Mittelfeldspieler erhalten oft keine Auszeichnungen, obwohl sie sich genauso einbringen."

Sportlerin des Jahres: "Ich hatte nie damit gerechnet und freue mich riesig", strahlte die Leichtathletin Kerstin Steinle von der SG Dettingen, nachdem sie als Letzte der fünf nominierten Frauen aufgerufen worden war. Steinle verdiente sich die Auszeichnung mit ihren vielen Erfolgen in diesem Jahr, darunter die Platzierung unter den besten 20 bei der deutschen Mehrkampfmeisterschaft ihrer Altersklasse U18, obwohl sie noch dem jüngeren Jahrgang des Teilnehmerfelds angehörte. Dies verspricht einiges für das kommende Jahr, in dem die Mehrkämpferin versuchen will, "meine Bestleistung zu überbieten". Den zweiten Platz der SZ-Wahl belegte die für den SV Alberweiler spielende Fußballerin Victoria Stvoric aus Griesingen, die von ihrer Mutter bei der Ehrung vertreten wurde. Stvoric musste passen, auch weil ihr kürzlich bei einem Einsatz fürs kroatische U19-Nationalteam das Kreuzband riss und sie am heutigen Mittwoch operiert wird.

Aufs Podest bei der SZ-Wahl kam als Dritte die Leichtathletin Alina Reh, die aus Laichingen stammt und für den TSV Erbach startet. Für die Langstreckenläuferin (die die SZ-Ehrung einer Ehrung im Olympia-Stützpunkt in Stuttgart am selben Abend vorzog) war es nicht die erste Auszeichnung in diesem Jahr, denn neben Siegen bei deutschen Meisterschaften zeigte sie mit Platz zwei über 3000 Meter bei den olympischen Jugendspielen in China, dass sie auch international zu den Besten zählt. Auch hat Reh nicht zum ersten Mal in jüngster Zeit vor Publikum von ihren Erfolgen und Erlebnissen berichtet, stellte Moderator Götz fest. "Man merkt, dass schon Erfahrung mit Medien vorhanden ist. Ich habe nur eine Frage gestellt und sie hat schon alles beantwortet, was ich wissen wollte." Auf Rang vier kam die Ehinger Dressurreiterin Margit Grab (Erfolge in vielen Dressurprüfungen auch in der höchsten Klasse S) vor Melanie Geiselhart aus Dettingen, die als Torhüterin mit dazu beigetragen hatte, dass die B-Jugend-Fußballerinnen des SV Alberweiler nach wie vor in der Bundesliga spielen. Wie Victoria Stvoric verpasste auch Geiselhart die Ehrung, sie weilte bei einem Lehrgang des Württembergischen Fußballverbands.

Mannschaft des Jahres: Die Fußballerinnen der SG Griesingen stellten die zahlenmäßig größte Gruppe an diesem Abend und durften sich auch am meisten freuen. Der Regionenliga-Meister und Hallenbezirksmeister der vergangenen Saison entschied die SZ-Sportlerwahl in der Team-Kategorie für sich. Umringt von seinen Spielerinnen, nannte Trainer Hermann Brunner Gründe für die Erfolge. "Die Mädels sehen nicht nur alle gut aus, sondern können auch kicken", so der Trainer schmunzelnd, ehe er zur detaillierteren Analyse überging. "Die Vorbereitung auf die vergangene Saison war sehr gut und dann fand die Mannschaft auch gut rein in die Runde", sagte Brunner, der als großes Plus die Heimstärke anführte. Dies erhoffe man sich auch in der gerade gestarteten Landesliga-Saison, so der Trainer, der als Ziel den Nichtabstieg angab. Platz zwei bei der Sportlerehrung belegten die Gold-Schützen des SV Allmendingen, somit gab es für Ralf Junghans und Armin Roth eine weitere Trophäe. Diese teilen sich Junghans und Roth allerdings mit Markus Hüglin vom SV Scheer, mit dem sie bei den deutschen Meisterschaften im Vorderladerschießen ein Team bildeten.

Den größten Erfolg der Klubgeschichte durch die Tennis-Herren I der TG 83 Ehingen, denen der Durchmarsch durch die Bezirksklasse und den Aufstieg in die Bezirksliga gelangen, belohnten die Leser mit Rang drei in der Abstimmung. Auf Rang vier kamen die Jungen I des Tischtennisclubs Ehingen, die in der Besetzung Lukas Siegle (17 Jahre), Kilian Kohler (16), Marcellus Abele (15) und Sebastian Abele (13) ebenfalls in die Bezirksliga aufstiegen. Knapp dahinter landeten die Fußballer des SSV Ehingen-Süd, die in der vergangenen Saison die Bezirksliga hinter sich ließen und seit einigen Wochen die Landesliga aufmischen. Als "Mannschaft der Stunde" bezeichnete Tobias Götz die Fußballer aus Kirchbierlingen, die sich selbst aber von ihren derzeitigen Erfolgen (vier Siege in fünf Spielen, zweiter Tabellenplatz) nicht blenden lassen. "Wir sind am zweiten Spieltag in einen Lauf reingeraten", sagte Christoph Guter, "aber die Spiele waren nicht so klar, wie es die Ergebnisse vermuten lassen." Trotz des guten Saisonstarts sei das Ziel des SSV unverändert, betonte Guter. Und das heißt Nichtabstieg.