Die "Bank mit der Krone" feiert Geburtstag

11.10.2014|SZ Ehingen (Karl-Heinz Burkart)

Mit einem Festakt in der Lindenhalle feiert die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß am Dienstag, 14. Oktober, ihr 50-jähriges Jubiläum. Dazu sind alle Mitglieder und Kunden der Bank eingeladen. "Wir werden keine gesonderten Einladungen verschicken, sondern freuen uns auf jeden unserer Mitglieder und Kunden, der kommt, um mit uns zu feiern", sagt Fritz Lehmann, Vorstandsvorsitzender der Bank.

Festakt in der Lindenhalle

Ab 18 Uhr wird den Gästen ein Abendessen serviert und um 19 Uhr startet das bunte Jubiläumsprogramm. Franz Reck, Vorsitzender des Aufsichtsrats, wird die Gäste begrüßen. Anschließend wird Fritz Lehmann in seiner Ansprache auf die vergangenen fünf Jahrzehnte der Bank-Geschichte zurückblicken und über die aktuelle Situation der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß sprechen. Dann werden Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann und der Präsident des baden-württembergischen Genossenschaftsverbands Roman Glaser der Raiffeisenbank zum Jubiläum gratulieren. Nach den Jubiläumsreden wird Schwester Teresa Zukic die Unterhaltung der Gäste übernehmen. In einem launigen Vortrag wird die Ordensfrau und Religionspädagogin dem Publikum ihre Sichtweise zum "befreienden Umgang mit Fehlern" erzählen. Für Action auf der Bühne wird der Showtanz der SG Griesingen sorgen, bevor Magier Harald Hentschel die Jubiläumsgäste mit seiner Zaubershow in seinen Bann ziehen wird. Am späteren Abend wird "Ernie's Swing & Dance Orchestra" für die musikalische Unterhaltung sorgen. "50 Jahre sind ein echter Grund zu feiern. Wir freuen uns deshalb auf einen unterhaltsamen Abend mit unseren Gästen", sagt Lehmann. "Außerdem wollen wir beim Festakt unser 8888 Mitglied begrüßen", ergänzt Vorstandsmitglied Klaus Hofmann.

Bereits am Mittwoch, 8. Oktober, wird die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß in ihrer Hauptgeschäftsstelle in der Ehinger Bahnhofstraße eine Ausstellung mit Bildern und Dokumenten zur Genossenschaftsgeschichte eröffnen. "Wir werden auch historische Bilder der Ehinger Bahnhofstraße, also der Umgebung unserer Bank, zeigen", sagt Hofmann. Die Ausstellung ist zu den normalen Öffnungszeiten der Raiffeisenbank bis zum 7. November zu sehen.

Unterhaltungsprogramm

Am 17. April 1964 wurde die neue Ehinger Genossenschaftsbank in das Genossenschaftsregister eingetragen. Aus diesem Grund hat die Raiffeisenbank ihren Geburtstag schon einmal gefeiert. Bereits im April stieg eine kleine Feier mit allen Mitgliedern, die an diesem Tag Geburtstag hatten.

"Wir wollten das für unsere Bank historische Datum nicht einfach verstreichen lassen", sagt Lehmann zu der damaligen Feier. Kurz nach dem eigentlichen "Geburtstermin" der Ehinger Raiffeisenbank im April, sei die Zeit der Bilanz und der Mitgliederversammlung, erklärt der Vorstandsvorsitzende, "deshalb haben wir die Jubiläumsfeier auf den Herbst verschoben".

Nach dem offiziellen Teil des Festakts in der Lindenhalle, wird die TV-bekannte Schwester Teresa Zukic zu erleben sein. Die 1964 in Kroatien geborene Ordensfrau wuchs in Weinheim an der Bergstraße auf und war in ihrer Jugend eine begeisterte und erfolgreiche Sportlerin. Auf den Titel der hessischen Meisterin am Schwebebalken folgte der Sieg bei badischen Meisterschaft im Mehrkampf. 1985 trat Teresa Zukic in den Orden der Vinzentinerinnen ein, war zunächst in der Altenpflege tätig und studierte später Religionspädagogik.

Schwester Teresa Zukic wird als Multitalent beschrieben. Auf ihren ersten TV-Auftritt im Jahr 1992 folgten unzählige Fernsehauftritte, Musicals, Gottesdienste, Vorträge, Predigten und Bücher, durch die Schwester Teresa einem breiten Publikum bekannt wurde. "Bei der von Energie und Lebensfreude sprühenden Ordensfrau verbinden sich Redetalent, Humor, Offenheit und Begeisterung für den Glauben zu einer mitreißenden Persönlichkeit. Sie hält keine langweiligen Vorträge sondern liefert ein Feuerwerk mit lebensnahen Hilfestellungen für den Alltag", so eine Beschreibung.

Der Zauberer Harald Hentschel wird die Gäste der Raiffeisenbank seine Zauberkunst in der Lindenhalle hautnah erleben lassen. Vor den Augen des Publikums wird scheinbar Unmögliches geschehen. Egal ob Harald Hentschel den ältesten Zaubertrick mit den drei Hütchen präsentiert oder ein Tuch in ein echtes Ei verwandelt, stets sind Staunen und Verblüffung im Publikum, das aktiv ins Geschehen einbezogen wird, vorprogrammiert. Durch einen Zauberkasten und einen Volkshochschulkurs kam Harald Hentschel zur Zauberei. Seit 2000 ist er Mitglied des Magischen Zirkels Deutschland und bereits im Alter von 17 Jahren hat er erste Zauberpreise gewonnen. So war er bester Junioren-Zauberer Deutschlands, siegte mehrfach bei deutschen Meisterschaften und gewann den Sonderpreis für die "innovativste Zaubernummer".

"In 50 Jah­ren eine Er­folgs­ge­schich­te ge­schrie­ben"

Raiffeisenbank hat sich aus sechs kleinen Kassen in der Region gebildet

In einer Ausstellung in der Schalterhalle ihrer Ehinger Hauptgeschäftsstelle wird die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß "Bilder und Dokumente zur Genossenschafts-Geschichte" zeigen. Die Ausstellung, in der auch Bilder der Ehinger Bahnhofstraße gezeigt werden, ist zu sehen vom 8. Oktober bis zum 7. November zu den üblichen Öffnungszeiten der Bank. Außerdem wird Vorstandsvorsitzender Fritz Lehmann beim Festakt in der Lindenhalle die Historie der Ehinger Bank beleuchten.

Aus der Bankgeschichte

Bis Ende der 50er-Jahre wurden alle Spar- und Darlehnskassen in der Region nebenamtlich von Landwirten, Handwerkern oder Schulmeistern geführt. Mit dem zunehmenden Beratungsbedarf in den Bereichen des Anlage- und Kreditwesens und dem aufkommenden bargeldlosen Zahlungsverkehr waren die Nebenamtlichen fachlich überfordert. Deshalb wurde bereits 1957 in der Ehinger Pfisterstraße eine Außenstelle der "Buchstelle der ländlichen Genossenschaften" eröffnet. Bereits ab 1961 trug sich die Buchstelle in Stuttgart mit dem Gedanken in Ehingen eine Genossenschaftsbank zu gründen, um die Kleinstgenossenschaften der Umgebung zu einer "schlagkräftigen Einheit" zusammenzufassen. Ende 1962 begann Albin Beck seine Arbeit als Geschäftsführer der Buchstelle in Ehingen. Die Vorstandsvorsitzenden in Dettingen und Herbertshofen erkannten die Zeichen der Zeit und begannen Verschmelzungsverhandlungen. Im Februar war die Verschmelzung perfekt und im April schloss sich Niederhofen der neuen Genossenschaftsbank an. Noch im Gründungsjahr der Bank folgten die Anschlüsse von Heufelden, Gamerschwang und Altsteußlingen. Als wichtige Stationen der vergangenen zehn Jahre bezeichnen Fritz Lehmann und Klaus Hofmann die Fusion mit der Raiffeisenbank in Obermarchtal im Jahr 2005 und den Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Hochsträß im Jahr 2008. Zusammen mit der Hauptgeschäftsstelle in der Ehinger Bahnhofstraße gehören heute 18 Bankstellen in der Region zur Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß, in denen mehr als hundert Mitarbeiter beschäftigt sind. "Das Experiment aus sechs kleinen, ertragsschwachen Kassen eine leistungsfähige Bank zu entwickeln, ist geglückt", betont Fritz Lehmann, "unsere Raiffeisenbank hat in den vergangenen 50 Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben".

Die Bank mit der Krone

"Wir können stolz und zufrieden sein auf das, was wir mit unseren Kunden, Mitgliedern und Mitarbeitern erreicht haben. Das ist ein Grund Danke zu sagen an alle, die unsere Bank seit Jahrzehnten tragen", sagt der Vorstandsvorsitzende. "Was einer nicht schafft, können viele gemeinsam schaffen", so Lehmann, sei der Grundgedanke des Genossenschaftswesens. "Dieser goldene Weg war richtig und wird es auch bleiben", sagt er. Die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß sei solide und nachhaltig aufgestellt, sei bodenständig geblieben, biete Kundennähe und sei ein verlässlicher Partner. "Diese Werte wollen wir erhalten und auf diesem Weg wollen wir, stets angepasst an sich verändernde Rahmenbedingungen, weitergehen", betont Lehmann.

Zukunftschancen

"So planen wir weiter in die Zukunft und so haben wir große Chancen für die Zukunft". Einen besonderen Vertrauensbeweis, so der Vorstandsvorsitzende, habe die Bank von Kunden und Mitgliedern mit der Wahl auf Platz 1 des "Ersten Ehinger Kundenspiegels" bekommen. "Wir werden auch in Zukunft alles daran setzen, diesem Vertrauen gerecht zu werden", sagt er. Besonders stolz ist der Vorstandsvorsitzende auf die Krone im Emblem der Bank. Gerne spricht er von "der Bank mit der Krone". Seit dem Beginn der Raiffeisenbank in Ehingen seien die Geschäftsräume zu klein gewesen. Von der Pfisterstraße aus wurden damals mehrere Anläufe unternommen, größere Bankräume im Ehinger Stadtzentrum zu bekommen. Als im Herbst 1973 das Hotel "Krone" in der Bahnhofstraße zum Verkauf stand, griff die Raiffeisenbank zu. Im Juli 1974 zog die Raiffeisenbank an die Bahnhofstraße um. Das Symbol der Krone wurde übernommen und ist bis heute fest mit der Bank verbunden.