Fritz Lehmann schließt eine Fusion weiterhin aus

16.04.2014|SZ Ehingen (Tobias Götz)

Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß feiert 50. Geburtstag.

Die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß feiert am 17. April ihren 50. Geburtstag. Denn am 17. April 1964 erfolgte per Eintrag in das Genossenschaftsregister die Verschmelzung mehrere kleinerer Banken zur Raiffeisenbank mit Sitz in Ehingen. Jetzt, 50 Jahre später, will Vorstandsvorsitzender Fritz Lehmann am Leitbild 2018 festhalten und sagt: „Das Thema Fusion war noch nie so weit weg, wie jetzt. Wenn es nicht geht, geht es nicht.“

Dabei ist die Situation in Ehingen mit einer Volksbank und einer eigenständigen Raiffeisenbank landesweit immer noch eine besondere. Doch die Raiffeisenbank Ehingen, die im Jahr 2008 zur Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß fusionierte, ist ein „gebranntes Kind“, wenn es darum geht, mit der Volksbank den im Bankenjargon Bund der Ehe einzugehen. „Bereits 1993 und 1995 ist eine Fusion mit der Ehinger Volksbank an unseren Mitgliedern gescheitert. Seither ist solch eine Fusion auch nicht mehr versucht worden“, sagt Lehmann, der seit 1998 als Vorstandsvorsitzender Bank arbeitet und die Nachfolge von Albin Beck angetreten ist. Damals führte er mit seinem nun pensionierten Vorstandskollegen Alfred Kloker die Geschäfte.

Für Lehmann sei das Thema Fusion also „mindestens bis zum Jahr 2018“ kein Thema. „Ich verkaufe meine Mitarbeiter und meine Mitglieder nicht“, macht der 60-Jährige deutlich, dessen Vertrag als Chef auf weitere fünf Jahre angelegt ist.

Dabei können Lehmann und seine Bank in der Bahnhofstraße auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken, die dieses Jahr gefeiert werden soll. Den Ursprung machte die Raiffeisenbank in Granheim, die bereits im Jahr 1891 gegründet wurde. Bis Ende der 50er Jahre waren die Spar- und Darlehnskassen in der Region um Ehingen herum nebenamtlich geführt, im Hauptberuf waren die Rechner meist Landwirte, Handwerker oder Schulmeister.

Mit zunehmendem Wohlstand stieg dann aber der Beratungsbedarf der Kunden im Anlage- und Kreditbereich, der bargeldlose Zahlungsverkehr nahm zudem sprunghaft zu. So wurde im Jahr 1957 an der Ehinger Pfisterstraße, gegenüber der BAG, eine Außenstelle der Buchstelle der ländlichen Genossenschaften eröffnet. Ab dem Jahr 1961 trug sich die Leitung der Buchstelle in Stuttgart mit dem Gedanken, in Ehingen eine Genossenschaftsbank zu gründen, die Kleinstgenossenschaften der Umgebung zu einer schlagkräftigen Einheit zusammenfasst. Zum 1. Dezember 1962 trat Albin Beck als Geschäftsführer der Buchstelle seine Arbeit an. „Die Keimzelle unserer heutigen Bank liegt in Dettingen und Herbertshofen. Dort wurden damals wichtige Verschmelzungsverhandlungen geführt“, erklärt Lehmann. Nach dem magischen Datum 17. April 1964 ging es dann Schlag auf Schlag. Niederhofen, Heufelden, Gamerschwang und Alsteußlingen kamen hinzu, die Bank wuchs ständig.

1,4 Millionen Mark zum Start

Im Jahr 1964 betrug die Bilanzsumme des neuen Instituts noch 1,4 Millionen D-Mark, 1970 lag sie bei 10,3 Millionen D-Mark, 1982 bei 77,3 Millionen D-Mark und im Jahr 1988 bereits bei 150,5 Millionen D-Mark.

„Die Raiba in Ehingen war schon immer eine Wachstumsbank. Wir hatten schon immer einen starken Zuwachs“, sagt Lehmann, der aktuell auf eine Bilanzsumme von rund 460 Millionen Euro blicken kann. „Gerade Banken mit einer Bilanzsumme zwischen 250 und 500 Millionen Euro sind die ertragsstärksten. Die Betriebsergebnisse dieser Banken sind die besten“, nennt Lehmann einen weiteren Grund dafür, warum er derzeit nicht an eine Fusion denkt. Dennoch will Lehmann auch in den kommenden Jahren seine Augen stets offen halten, wenn es um mögliche Kooperationen mit anderen Banken geht. „Was mir behagen würde, wäre eine Raiffeisenbank in Ehingen mit rund 150 Mitarbeitern“, so Lehmann, der momentan rund 100 Beschäftigte hat.

Besonders stolz ist der Vorstandschef auf die Krone im Emblem der Bank. Denn schon seit dem Beginn der Raiffeisenbank in Ehingen waren die Geschäftsräume zu klein. Von der Pfisterstraße aus wurden verschiedene Anläufe unternommen, ins Ehinger Stadtzentrum zu kommen. Als im Herbst 1973 das Hotel „Krone“ in der Bahnhofstraße zum Verkauf stand, griff die Bank zu. Im Juli 1974 bezog das Kreditinstitut dann die Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße – das Symbol der Krone ist bis heute fest verankert.

Der große Festakt wird am 14. Oktober in der Ehinger Lindenhalle stattfinden. Zum Geburtstag am 17. April werden Mitglieder eingeladen, die am gleichen Tag Geburtstag haben. Sie bekommen dann ein Präsent.

Fritz Lehmann feiert dieses Jahr 50 Jahre Raiffeisenbank SZ-Foto: Götz