Raiffeisenbank wünscht sich Regulierungspause

26.06.2014|SZ Ehingen (Nina Merkle)

Über ein erfolgreiches Geschäftsjahr (die SZ berichtete bereits ausführlich) hat die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß bei der Generalversammlung am Dienstag in der Ehinger Lindenhalle berichtet.

Die Bilanzsumme konnte die Bank von 445 Millionen Euro auf 452 Millionen Euro steigern, berichtete Klaus Hofmann, Mitglied des Vorstandes. "Das entspricht einem Wachstum von 1,5 Prozent", fasste Hofmann zusammen. Jedoch liege der Bilanzsummenzuwachs unterhalb der Planung und sei neben dem Anstieg der Kundenforderungen und Wertpapieranlagen auf Einlagenzuwächse zurückzuführen. Jedoch sei das "betreute Kundenvolumen" auf 933 Millionen Euro gestiegen. Das Eigenkapital der Bank liege aktuell bei rund 32 Millionen Euro und betrage nun 7,1 Prozent der Bilanzsumme.

"361 neue Mitglieder konnten wir 2013 gewinnen. Gleichzeitig war ein Abgang von 114 Mitgliedern zu verzeichnen, so dass der Netto-Zugang an Mitgliedern 247 beträgt", berichtete Hofmann. 2014 wolle die Raiba das 8888 Mitglied begrüßen.

Nach drei Jahren endete am Dienstag auch die Amtszeit der Aufsichtsratsmitglieder. Alle wurden in einzelner, offener Abstimmung wieder für die Ämter gewählt. Neue und alte Mitglieder des Aufsichtsrates sind nun Georg Fuchs aus Obermarchtal, Hans Mößlang aus Niederhofen, Karl Münch aus Dächingen, Bruno Stemmer aus Granheim, Josef Willbold aus Erbstetten und Gerlinde Zagst aus Ringingen.

Immer neue Belastungen

Fritz Lehmann, Vorstandsvorsitzender, nutzte die Generalversammlung, um auf einige Probleme der Bank durch staatliche Regulierungen aufmerksam zu machen. "Durch die staatliche Bankenregulierung werden unserer Raiffeisenbank immer neue Belastungen auferlegt", sagte Lehmann. Und das sei so, "obwohl wir die Finanzkrise nicht verursacht haben." Es müsse klar sein, forderte Lehmann, dass gerade Regionalbanken wie die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß dringend eine Regulierungspause benötige.

Den heimischen Unternehmen versicherte Lehmann, dass sich die Bank dafür einsetze, dass es in der Region nicht zu einer Kreditklemme kommt. "Anders als andere haben wir nicht vor, uns aus der Verantwortung zu stehlen", betonte er. "Denn wir müssen aufpassen, dass wir nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen. Dieser Ast ist die mittelständische Wirtschaft."