Zufriedene Kunden als Ziel

02.07.2015|SWP Ehingen (Doris Moser)

Ein überdurchschnittliches Wachstum prägt das Geschäftsjahr bei der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß. Vor allem Kredite waren bei der historischen Niedrigstzinsphase stark gefragt. Es werde investiert.

"Wir wollen nicht mit Größe trumpfen, sondern legen Wert auf solide Geschäfte und zufriedene Kunden", betont Vorstand Fritz Lehmann im Vorfeld der Generalversammlung der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß am Dienstag, 7. Juli, in der Lindenhalle. Mit seinem Kollegen Klaus Hofmann informierte er über die geschäftliche Entwicklung. "Wir sind sehr zufrieden", ist sich die Spitze einig.

Die Genossenschaftsbank mit Hauptsitz in Ehingen und weiteren 17 Geschäftsstellen ist 2014 weiter gewachsen, was sich in den Zahlen ausdrückt. Vor allem das Kreditgeschäft legte zu, denn viele Häuslebauer verwirklichen bei niedrigsten Zinsen ihren Traum vom Eigenheim. Ebenso nutzen viele Unternehmen die positiven Rahmenbedingungen für Investitionen. Insgesamt wurden 90 Millionen Euro neue Kredite vergeben.

Des einen Freud, des anderen Leid: Die Sparzinsen sind niedrig, Tagesgeld tendiert beispielsweise gegen Null Rendite. "Dennoch lassen unsere Kunden das Geld bei ihrer Bank, wo es sicher ist, allerdings werden zunehmend Anlagen in Aktionsfonds gewählt", sagt Hofmann. Sehr viele Geschäfte vermittelt die Raiba an ihre Verbundpartner und so erreicht das betreute Kundenvolumen im laufenden Jahr absehbar die Eine-Milliarden-Marke. Erwirtschaftet wurde 2014 aus der regulären Geschäftstätigkeit ein Überschuss mit knapp fünf Millionen Euro, darauf sind rund 1,5 Millionen Euro Steuern fällig, 302.000 Euro werden als fünfprozentige Dividende ausgeschüttet, der Löwenanteil fließt in Rücklagen. Das Eigenkapital ließ sich auf 35 Millionen Euro aufstocken, damit werden bereits jetzt die Anforderungen des Reformpakets "Basel III" erfüllt.

Weil sich die Geschäfte gut entwickeln, braucht die Raiba auch mehr Platz. Nachdem das Dachgeschoss der Bank ausgebaut wurde und zwei Wohnungen im Gebäudekomplex an der Bahnhofstraße erworben sind, hat die Bank das ehemalige Woll-Lädele am Tränkberg gekauft. Dorthin wird die Sachbearbeitung im Kreditbereich umziehen.

In naher Zukunft kommen auch auf die Raiba durch die anhaltende Niedrigzinsphase, die rasante Digitalisierung, die Bankenregulierung und den demografischen Wandel neue Herausforderungen zu. Sehr viel Geld werde an die nächste Generation vererbt; dieses bei der Raiba zu halten nennt Klaus Hofmann eine wichtige Aufgabe.

Mit der Zeit ließen sich wohl aus wirtschaftlichen Gründen nicht alle kleinen Zweigstellen halten, da machen Lehmann und Hofmann keinen Hehl daraus. Generell jedoch würden die zukunftsfähigen Zweigstellen modernisiert, wie jetzt aktuell in Obermarchtal. Die Raiba Ehingen-Hochsträß sieht sich stabil und solide aufgestellt, was nicht ausschließe, eines Tages Kooperationen mit einem Partner zu empfehlen. Es müsse nicht unbedingt eine Fusion sein. Aktuell stehe ein solches Projekt nicht im Raum.

Die Vorstände Fritz Lehmann (links) und Klaus Hofmann schauen zufrieden auf Zahlen und Entwicklung der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß.

Zusatzinfo

Raiba wächst über Schnitt

Zahlen:Ein überdurchschnittliches Wachstum verbuchte die Raiba 2014. Die Bilanzsumme wuchs um vier Prozent auf knapp 470 Millionen Euro (Vorjahr 451), die Kredite legten um fast fünf Prozent auf 313 Millionen Euro zu (299), die Einlagen um drei Prozent auf 319 Millionen Euro (310). Betreutes Kundenvolumen samt Verbundgeschäfte plus vier Prozent auf 971 Millionen Euro (933), das Eigenkapital wuchs um zehn Prozent auf 35 Millionen Euro (32), erwirtschaftet wurde ein Zinsüberschuss mit elf Millionen Euro (10,7). Beschäftigt sind 110 Voll- und Teilzeitmitarbeiter, sieben mehr als 2013, elf von ihnen sind Auszubildende.