Dr. Kienzlen referiert zur Wärmedämmung in der Raiffeisenbank Ehingen

20.10.2016|SWP Ehingen: Renate Emmenlauer

„Stoppt den Dämmwahn. Stoppt die Burka fürs Haus“, – so zitierte Dr. Volker Kienzlen am Dienstagabend bei seinem Vortrag in der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß teils öffentliche Meinungen. Der Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) widerlegte die Thesen den rund 60 Zuhörern im Vortrag „Energetisch Sanieren – Sinn oder Unsinn?“.

Allein ein Drittel des Energieverbrauchs werde in Baden-Württemberg durch Gebäude verschlungen. „Das ließe sich mehr als halbieren“, ist er überzeugt. „Das Einpacken von Dächern und Wänden macht großen Sinn.“ Eine energetische Sanierung steigere auch den Wert einer Immobilie enorm. Am meisten rechne es sich, wenn eh renoviert werden soll.

Den oft gehörten Spruch, durch Wärmedämmung können Wände nicht mehr atmen, zerpflückte der Kienzlen gleich. „Es gibt keine atmenden Wände. Aber es gibt auch kein Haus, dass völlig luftdicht ist.“ Die Meinung, Wärmedämmung verursache Schimmel, sei realitätsfern. „Schimmel entsteht, wenn der Neubau nicht ausgetrocknet ist, bei Wärmebrücken, durch falsches Lüften oder bei Heizfehlern. An kalten Oberflächen kann sich feuchte Luft absetzen und diese führt zu Schimmelbildung“.

Er sprach sich gegen Vorurteile gegen Wärmedämmung aus, die angeblich Brände begünstige. „Dämmungen sind schwer entflammbar und stellen kein Problem dar.“ Der oft gehörten Kritik, Dämmstoff herstellen benötige enorm Energie, widersprach  Kienzlen ebenfalls. „Im Vergleich zu der Energie, die in ungedämmten Häusern verloren geht, ist das sehr gering.“ Zudem hätten sich die Sanierungskosten innerhalb weniger Jahre amortisiert. „Wärmedämmung bringt um Vielfaches mehr als die Sonneneinstrahlung“, sagte er. Drei Zentimeter Dämmung hätten den gleichen Effekt wie 60 Zentimeter Mauerwerk.

Ob sich Wärmedämmung rechnet? „Wenn Sie Ihr Geld vom Null-Zins-Sparkonto ins Gebäude investieren, haben Sie eine richtig gute Rendite.“ Die Mehrkosten eines konventionellen Neubau zum Passivhaus bezifferte Kienzlen auf maximal fünf bis zehn Prozent. Bei Altbauten riet er zu einem Sanierungsfahrplan. Über Förderdarlehen oder Zuschüsse berichtete Daniela Zubaio von der Raiffeisenbank.

Rund 60 Zuhörer kamen zum Vortrag von Dr. Volker Kienzlen in die Ehinger Raiffeisenbank. Foto: Emmenlauer