Ungarn sehen Ehingen

01.07.2016|SWP Ehingen (Andreas Hacker)

Wie junge Ungarn Ehinger Stadtansichten malen, ist in der Raiffeisenbank zu sehen. Wer eines der Bilder kauft, hilft einer Schule in Esztergom.

 

Es geht um Wolfertturm, Stadtmauer, Konviktskirche, Amtsgericht, Marktbrunnen, Liebfrauenkirche oder das Museum an der Schmiech: Im Juli sind in der Raiffeisenbank in der Bahnhofstraße in Ehingen Bilder ausgestellt, die Kinder der katholischen Grundschule Johannes Vitez in Esztergom nach Vorlagen aus dem Internet gemalt haben. Die Arbeiten der neun- bis elfjährigen Schüler können gekauft werden, denn die Ausstellung ist Teil eines Projekts im Rahmen der Partnerschaft mit Ehingen und dienen dazu, der Schule zusätzliche Mittel zu verschaffen. Wer mag, bietet für kleinere Formate von 10 Euro an aufwärts und für größere gelten 15 und mehr Euro als Maßstab. „Nach oben gibt es keine Grenzen“, steht auf einem der  Begleitschreiben zu der Ausstellung, die Fritz Lehmann für die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß und Franz Romer für den Partnerschaftsverein eröffnet haben.

Bei der Vernissage dabei waren auch die neun Abiturienten aus Esztergom, die mit ihren zwei Deutschlehrerinnen Gabriela Putz und Anett Tubik für eine Woche Ehingen besucht haben.  Die 17- bis 18-Jährigen kamen vom Dobó-Katalin-Gymnasium und nutzten den Aufenthalt in Ehingen, um deutsche Schulen kennenzulernen – vom Johann-Vanotti-Gymnasium bis zur Magdalena-Neff-Schule. Beim JVG waren sie von der modernen Ausstattung beeindruckt, bei der Magdalena-Neff-Schule vor allem von der Architektur, und an beiden Schulen vom Ausmaß der Beteiligung und der Eigenaktivität der Schüler. „In Ungarn ist alles viel lehrerzentrierter. Der Lehrer doziert und die Schüler schreiben mit oder ab“, erklärte Annett Tubik. Zudem seien die Klassen mit durchschnittlich 35 Schülern größer, was ein schülerzentriertes Arbeiten zusätzlich erschwere.

Beim Abschied zeigte sich, dass es trotz Unterschieden im Schulalltag auch deutliche Gemeinsamkeiten gibt: Kaum war der „Schultag“ für die ungarischen Gäste zu Ende, kamen die Smartphones zum Einsatz, um ja zeitnah über die Erfahrungen des Tages zu berichten. „Wahrscheinlich sind alle Schüler irgendwie gleich, egal wo sie herkommen“, kommentierten Tubik und Putz das Verhalten ihrer Schüler.