Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß: Die Fusion trägt schon Früchte

14.06.2017|SWP Ehingen: Andreas Hacker

Die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß zeigt sich in ihrem Geschäftsbericht zufrieden mit 2016 und dem Zusammenwachsen mit Dellmensingen. Ende Juni werden acht kleine Zweig- und Zahlstellen geschlossen.

Wenn die Mitglieder der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß heute in einer Woche (21. Juni) in der Lindenhalle zur Generalversammlung zusammenkommen, kann der jetzt dreiköpfige Vorstand „überdurchschnittliche Zahlen“ vorlegen, wie Fritz Lehmann und Klaus Hofmann gestern erklärt haben. Gut und zufrieden sind weitere Bewertungen, die fallen mit Blick auf einen Geschäftsbericht, in dem sich zum einen die erhofften positiven Effekte aus der Fusion mit der Raiffeisenbank Dellmensingen abbilden lassen, zum anderen aber auch die anhaltende Niedrigzinsphase ihre Spur hinterlässt: „Erstmals seit Jahren haben wir den Zinsüberschuss nicht steigern können“, sagt Klaus Hofmann. Und das trotz einer Zunahme beim Volumen.

„Es freut uns, das die zu uns gekommen sind“, sagt der Vorstandsvorsitzende Fritz Lehmann über die Fusion mit Dellmensingen. Die zeigt wie erhofft erste Früchte: Es gibt Einsparungen beim Personal, und das Geschäft vor Ort läuft sowohl im Bereich der Firmenkunden als auch bei der Baufinanzierung gut an. So gut, dass die Raiba jetzt mit zwei weiteren Mitarbeitern in der von Hans-Dieter Fuchs geleiteten Niederlassung in Dellmensingen eine eigene Abteilung dafür aufbaut. Und bei den gewerblichen Kunden bestätige sich nun, was Kritiker vor der Fusion über die Raiba Dellmensingen gesagt hatten: dass sie mit einer Bilanzsumme von 57 Millionen Euro schlicht zu klein sei. Jetzt, freut sich Klaus Hofmann, könne die Raiba auch dort ein starker Partner des Mittelstands sein.

Angesichts des sinkenden Zinsüberschusses und der, wie Lehmann kritisiert, enormen Kosten für die Auflagen der Bankenaufsicht muss die Raiba die eigenen Kosten ständig im Blick haben. Deshalb wird es auch bei ihr zu Schließungen im Bereich der Zweig- und Zahlstellen kommen. Betroffen sind die Zweigstellen in Donaurieden, Frankenhofen, Granheim, Lauterach, Markbronn und Nasgenstadt sowie die Zahlstelle in Schaiblishausen. Sie sind alle klein, haben weniger als 500 Kunden in ihrem Einzugsbereich, sind auch jetzt noch ohne Automaten und bisher nur stundenweise mit einem Servicemitarbeiter besetzt. Zum 30. Juni werden sie geschlossen. Alle betroffenen Bürgermeister und Ortsvorsteher seien informiert worden, erklärt Lehmann und verspricht, dass auch an ältere Kunden in den Ortschaften gedacht werde: „Wenn jemand niemanden hat, der ihm Geld von der Bank mitbringen oder eine Überwiesung einwerfen kann, dann ruft er bei uns an und einer unserer Mitarbeiter fährt als Geldbote los.“ Für die Gebäude in Donaurieden und Lauterach laufen schon Verkaufsgespräche; Lehmann hat zugesagt, dass die Bank dafür sorgen will, „dass da was Gescheites reinkommt“.

Der Vorstand sieht die Raiba für die Zukunft gut aufgestellt. „Wir sind weiter eine Wachstumsbank“, sagt Lehmann, „und wir müssen schauen, dass unser Eigenkapital da mithält.“ Deshalb steigen auch die entsprechenden Quoten (Kernkapital 11,3 nach 10,5 Prozent im Vorjahr) und das Eigenkapital laut Bilanz nimmt von 42,7 auf 48,6 Millionen Euro zu. Die Risikotragfähigkeit der Raiffeisenbank sei gut, sagt Lehmann mit Blick auf die Prüfung durch den Genossenschaftsverband.

Das Ergebnis aus Niedrigzins, Kostendruck und Risikovorsorge zeigt sich bei der Dividende: Nach 5 Prozent im Vorjahr will die Raiba diesmal 4 Prozent an ihre Mitglieder auszahlen.

Raiffeisenbank: Ergebnisse in Zahlen

Statistik Bilanzsumme 579,69 Millionen Euro (Vorjahr 550,92), Einlagen 408,18 Millionen Euro (Vorjahr 385,91), Kundenkredite 389,35 Millionen Euro (Vorjahr 372,24), davon gewerbliche Kredite 221,93 Millionen Euro und Wohnungsbau 146,32 Millionen Euro, Kundeneinlagen 408,18 Millionen Euro (Vorjahr 385,9), betreutes Kundenvolumen 1,226 Milliarden Euro (Vorjahr 1,158), Zinsüberschuss 12,693 Millionen Euro (Vorjahr 12,80), Bilanzgewinn 871 000 Euro (Vorjahr 864 000 Euro), Eigenkapital laut Bilanz 48,63 Millionen Euro (Vorjahr 42,79), Mitglieder 10 751 (Vorjahr 10 630), Geschäftsanteile 29 529 (Vorjahr 29 413), Konten 47 745 (Vorjahr 48 191), Mitarbeiter (umgerechnet in Vollzeit) 99 (Vorjahr 101), Geschäftsstellen mit Hauptstelle 19 (19), Geldautomaten 12 (12).