Präpositionen beim Spielen lernen

07.04.2017|SWP Ehingen (Christina Kirsch)

Ihr könnt da schon mal reingehen und spielen“, sagt Stefanie Kemmerer zu drei Jungs. Die Kinder setzen sich sofort vor ein Steck- und Bauspiel und fangen an, Gebäude zu bauen. „Unsere Kinder spielen sehr gerne mit dem Bausatz“, sagt die Ergotherapeutin. Das Stecksystem aus Holz konnte durch eine Spende aus der Aktion „Bildung stärken“ der SÜDWEST PRESSE und Raiffeisenbank finanziert werden.

Derzeit läuft wieder die Vorschlagsfrist für Projekte der Aktion „Bildung stärken“. Dabei geht es um Initiativen in Schulen, Kindergärten oder Institutionen, bei denen die Träger nicht einspringen können. Ob Musikinstrumente wie die beiden Gitarren in der Michel-Buck-Schule, eine Ausrüstung für eine Imker-AG oder pädagogisch wertvolle Spiele – solche besonderen Sachen sind ohne Unterstützung von außen oft nicht machbar. Institutionen können sich noch bis zum 31. Mai bewerben.

Die Therapeutinnen der interdisziplinären Frühförderstelle sind sehr froh über ihre zusätzlichen Spiele. Das Steckspiel, mit dem die Kinder so gerne agieren, besteht aus einer Grundplatte, in die Hölzer gesteckt werden. Damit kann man Türme, Brücken oder Schlösser bauen. Das System fördert die räumliche Wahrnehmung, die Feinmotorik und hat eine angenehme Haptik. Aus dem Fördergeld konnte auch ein Spiel angeschafft werden, in dem die Kinder mit Bildern ein Haus einrichten. „Unsere Kinder tun sich oft schwer mit den Präpositionen“, sagt Stefanie Kemmerer. Im spielerischen Tun lernen die Kinder Präpositionen wie „vor“, „dahinter“, „neben“ oder „dazwischen“. Dann wandert der Hund UNTER den Tisch, die Mutter sitzt NEBEN dem Kind oder der Bruder stellt den Teller AUF den Tisch.

In der Frühförderung wird aber nicht nur gespielt und gelernt, sondern die Kinder entspannen sich auch oder dürfen sich bewegen. Dazu konnten von dem Geld aus der Aktion „Bildung stärken“ Bälle und eine Strickleiter angeschafft werden. „Das fördert die Körperwahrnehmung, weil die Strickleiter beim Klettern schwingt“, erläutert die Heilpädagogin Rosmarie Oberberger.

Seit 1999 gibt es die Interdisziplinäre Frühförderstelle der St. Elisabeth-Stiftung in der Hopfenhausstraße 6. Hier finden Eltern Rat und Hilfe, wenn sie sich über die Entwicklung ihrer Kinder Sorgen machen. „Wir begleiten die Kinder und ihre Familien oft von der Geburt bis zur Einschulung“, sagen die Pädagoginnen. Manche Kinder kommen auch bloß für ein Jahr. Die Eltern finden entweder von sich aus zur Frühförderstelle oder erhalten eine Empfehlung vom Sozialpädagogischen Zentrum beziehungsweise vom Kinderarzt. In einer ruhigen Umgebung können hier Defizite ausgeglichen und Fähigkeiten gefördert werden.

An der Interdisziplinären Frühförderstelle der St. Elisabeth Stiftung konnten für die Kinder durch die Aktion Bildung stärken Spiele, eine Strickleiter und Bälle angeschafft werden (SWP-Foto:Kirsch).