Ein Brot für jeden Gast

21.07.2018/SZ Ehingen (Barbara Körner)

Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß feiert den 200. Geburtstag ihres Gründers

Mit dem Geschenk von einem Laib Brot für jeden Gast bei der Feier anlässlich des 200. Geburtstages von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem Begründer des Genossenschaftswesens, hat die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß den Urgedanken Raiffeisens aufgegriffen - Brot für jeden Menschen.

Eine Ausstellung in der Bank informierte die Besucher über das Leben und Wirken Raiffeisens, dem Vordenker des Genossenschaftswesens. Bankdirektor Fritz Lehmann hat die Wanderausstellung im Kurfürstlichen Schloss in Mainz gesehen und den Gottesdienst zur Eröffnung in der Mainzer Christuskirche mitgefeiert. So ist der Gedanke entstanden, einmal die Ausstellung nach Ehingen zu holen und zum anderen, sie mit einer Feierstunde in der Konviktkirche zu verbinden.

"Der Grundpfeiler der Genossenschaftsidee ist der christliche Glaube", sagte Lehmann bei der Begrüßung der Gäste in der Kirche, darunter seine Vorstandskollegen Klaus Hofmann und Martin Traub sowie die früheren Vorstände Albin Beck, Alfred Kloker, Alfred Mager und Georg Maucher. "Raiffeisen als überzeugter evangelischer Christ hätte sich gefreut, in einer Herz-Jesu Kirche gefeiert zu werden", so Lehmann.

Für den Hunger, Arbeitslosigkeit und politische Verfolgungen in seiner Zeit hat Raiffeisen die passende Antwort gefunden, erklärte Pastoralreferentin Ulrike Krezdorn in ihren Gedanken zu Raiffeisen und seiner Zeit. Als er den Hilfsverein zum Schutz der Bauern vor ausbeuterischen Viehhändlern gründete, war das für ihn Christenpflicht, sagte sie.

Vom Salz der Erde und Licht der Welt sprach Pfarrerin Susanne Richter, von Menschen, die wie Raiffeisen in praktizierter Ökumene sich der Menschen annehmen, die um ihr Leben kämpfen müssen. "Der 200. Geburtstag Raiffeisens ist Anlass, über die Würde des Menschen nachzudenken. Armut ist überall auf der Welt und betrifft Einheimische und Fremde", sagte die Pfarrerin. Sie schenkte Lehmann Salz und Licht. Die kirchliche Feier wurde von dem Flötenensemble der Musikschule Ehingen unter der Leitung von Andrea Linz umrahmt.

In der Bank erklärte Lehmann den Gästen der Ausstellungseröffnung, dass fast alle Landwirte und ein hoher Prozentsatz Handwerker Mitglieder einer Genossenschaft sind. "Was einer allein nicht schafft, schaffen viele", sagte er. 2016 ist die Genossenschaftsidee als immaterielles Kulturerbe von der Unesco aufgenommen worden.

Martin Traub mit Klaus Hofmann, ebenfalls Direktor der Bank, berichtete von einem weiteren Anstieg von Mitgliedern. Mit einem Geschenk geehrt wurden das 11110. Mitglied Kathrin Shen, das 11111. Mitglied, der dreijährige Luis Wollwinder, und das 11112. Mitglied Felix Haydt, für den sein Bruder das Geschenk entgegennahm.

Zuerst wurde der 200. Geburtstag in der Kirche gefeiert. (SZ-Foto: Körner)

Die Bank freut sich über neue Mitglieder.