Rai­ba treibt Ei­gen­ka­pi­tal nach oben

06.06.2018|SZ Ehingen (Tobias Götz)

Betreutes Kundenvolumen liegt bei 1,28 Milliarden Euro - Fokus auf Immobilien

Der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß geht es gut. Das haben Fritz Lehmann, Vorstandsvorsitzender der Bank und seine zwei Vorstandskollegen Martin Traub und Klaus Hofmann am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz deutlich gemacht. Die Ehinger Genossenschaftsbank betreut ein Kundenvolumen von 1,28 Milliarden Euro bei einer Bilanzsumme von 613 269 000 Euro. Das Eigenkapital konnte die Bank um 13 Prozent auf rund 55 Millionen Euro steigern.

"Es ist meine letzte Pressekonferenz. Das glauben auch inzwischen meine Kollegen", sagt Raiba-Chef Fritz Lehmann, der Ende des Jahres in den Ruhestand gehen wird. "Wir haben ein gutes Geschäftsjahr 2017 hinter uns gebracht und auch das aktuelle Jahr 2018 entwickelt sich gut", erklärt Lehmann. Das Wachstum der Bank liege in den meisten Bereichen leicht über dem Verbandsdurchschnitt. "Wir haben unsere Bank im Griff, auch wenn uns die anhaltende Niedrigzinsphase große Probleme bereitet", sagt Lehmann.

Stark nachgefragt seien laut Martin Traub die Kredite im Wohnungsbau, hier hat sich die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß um 4,1 Prozent auf ein Volumen von 152 348 000 Euro steigern können. "Dazu gehört natürlich auch die Vermittlung an unsere Verbundpartner", so Traub.

Auch im gewerblichen Kreditbereich konnte sich die Bank um 2,3 Prozent auf 226 925 000 Euro steigern. "Aber auch wir brauchen zusätzliche Ertragsquellen, wie zum Beispiel Immobilien. Wir haben beispielsweise ein Fachmarktzentrum gekauft und legen jetzt unseren Fokus weiterhin auf Immobilien. Das haben wir auch früher schon getan", erklärt Fritz Lehmann. Allerdings, so sein Vorstandskollege Klaus Hofmann, müsse die Bank bei den Immobilienkäufe auch immer die Eigenkapitalquote im Blick haben. "Tun wir das nicht, belastet dies die Risikofähigkeit der Bank." Fritz Lehmann gibt in diesem Zusammenhang auch zu bedenken, dass die "nächste Immobilienblase kommen wird". Doch um mit dem eigenen Kapital arbeiten zu können, fehlen in der Bankenlandschaft allgemein die Alternativen. "Wir kämpfen an allen Fronten um zusätzliche Erträge", sagt Klaus Hofmann und Fritz Lehmann macht deutlich: "Je länger die Niedrigzinsphase geht, desto schwieriger wird es." Denn, so Lehmann, es sei jetzt auch die Zeit gekommen, in der Kreditverträge um die 4,5 Prozent, sprich ältere Kontrakte, auslaufen würden. "Und die meisten zehnjährigen Festschreibungen sind mittlerweile unter zwei Prozent", sagt der Ehinger Raiba-Boss.

Als ein Ziel möchte die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß in diesem Jahr, dem Jubiläumsjahr von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, das 11 111. Mitglied begrüßen. Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 hatte die Bank 10943 Mitglieder - Tendenz steigend.

Konten bereinigt

Die Anzahl der Konten ist bei der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß gesunken - und zwar von 47 745 auf 47 392. "Das liegt daran, dass wir die Konten unserer Kunden bereinigt haben. Wenn Kunden mehrere Konten hatten, wurden diese zusammengelegt", erklärt Lehmann. Mittlerweile haben 27 866 Konten einen Online-Zugang, was einer Quote von 58,8 Prozent entspricht.

Der Zinsüberschuss ist, wie derzeit in der Bankenwelt aufgrund der Niedrigzinsphase üblich, auch bei der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß gesunken - und zwar um 4,8 Prozent. Der Aktuelle Zinsüberschuss liegt bei 12 088 000 Euro.

Aus all den Zahlen der Bank ergibt sich somit eine Kernkapitalquote von 12,2 Prozent und eine Gesamtkapitalquote von 16 Prozent.

Fritz Lehmann, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß und seine Vorstandskollegen Martin Traub und Klaus Hofmann (v.l.) sind mit dem Geschäftsjahr 2017 zufrieden.  SZ-Foto: götz