Raiba und Donau-Iller-Bank wollen fusionieren

30.11.2018|SWP Ehingen (Stefan Bentele)

Die Vorstände beider Institute stellen ihre Pläne vor. Im Juni entscheiden Mitglieder, ob es zur „Alb-Donau-Iller Bank“ kommt.

Die Donau-Iller-Bank und die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß wollen zur „Alb-Donau-Iller Bank“ fusionieren. Die beiden Institute haben am Mittwochabend ihre Mitarbeiter schriftlich über ihre Pläne informiert, wie Jost Grimm, Vorstandsvorsitzender der Donau-Iller-Bank, gestern in einem gemeinsamen Pressegespräch beider Banken sagte. Es ist der dritte Fusionsversuch beider Institute.

Für sein Haus sei das jetzt der richtige Zeitpunkt, die Doppelbesetzung in Ehingen zu regeln, sagte Fritz Lehmann, Vorstandsvorsitzender der Raiba. „Zwei Mal was Gutes, da kommt nichts Schlechtes heraus.“ Grimm stimmte zu, nannte die Doppelbesetzung in Ehingen „ungewöhnlich“ – einzig in Horb und in Bad Saulgau gebe es noch zwei Genossenschaftsbanken.

Beide Seiten betonten, dass von den 177 Vollzeit-Mitarbeitern im Haus an der Pfisterstraße und den 89 an der Bahnhofstraße keiner wegen einer Fusion betriebsbedingt gekündigt werde. „Wir wollen wachsen“, sagte Raiba-Vorstand Klaus Hofmann, man brauche das Personal. Gleichwohl auf Dauer nicht in der Zahl, sagte Grimm. Man wolle das über „Altersfluktuationen“ auffangen. Lehmann sieht „die Chance, die Arbeitsplätze zu sichern“. Auch die beiden Ehinger Häuser sollen bestehen bleiben, wie überhaupt die insgesamt 42 Geschäftsstellen. Außer in Ehingen gebe es ohnehin keine Standort-Überschneidungen.

Kundeninfos im Frühjahr

Im Frühjahr will die Raiba mit Info-Veranstaltungen beginnen und Mitgliedern und Kunden die Pläne erläutern. Im Juni lädt die Bank zur Generalversammlung, in der die 11.000 Mitglieder entscheiden. Auch die Donau-Iller-Bank wird informieren, bevor im Juni die 500 Vertreter der 27.000 Mitglieder zur Abstimmung schreiten. In beiden Banken müssen mindestens 75 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder für die Fusion stimmen, damit es zur „Alb-Donau-Iller Bank“ kommt.

„Der Fahrplan ist aber zunächst mal, dass Herr Lehmann verabschiedet wird“, sagte Fritz Lehmann selbst mit Blick auf seinen Ruhestand Ende Dezember. Allerdings ist der Rückzug aufs operative Geschäft beschränkt, Lehmann wird sich kommendes Jahr mit dem Aufsichtsrat um die Fusionspläne kümmern. Ende kommenden Jahres wechselt auch Peter Seibel von der Donau-Iller-Bank in den Ruhestand.

Beide Banken nennen diese Personalien als einen Grund für die Pläne. Seibel war an Lehmann mit den Fusionsplänen herangetreten, beide kamen überein, dass mit ihrem Ausscheiden ein geeigneter Zeitpunkt komme: Der künftige Vorstand umfasst vier Mitglieder, derzeit sind es in beiden Banken je drei.

Als weitere Gründe für die Fusion sehen beide Institute die Niedrigzinsphase, die sich in den Bilanzen niederschlägt. Auch die Kosten der Digitalisierung sind ausschlaggebend. Gerhard Deuringer, Vorstand der Donau-Iller-Bank, betonte, dass man, anders als Direktbanken, Beratung als auch digitale Bankgeschäfte anbiete. Mit einer Fusion hofft man auf Synergie-Effekte, zumal beide Häuser „sehr erfolgreich“ in gleichen Geschäftsgebieten unterwegs seien, sagte Grimm. Raiba-Vorstand Martin Traub nennt hier die Baufinanzierung. Beide Institute wollen Ressourcen bündeln und so Kosten sparen, etwa bei Regularien.

Zusammengenommen kommen beide Häuser heute auf ein jährliches Bilanzvolumen von 1,7 Milliarden Euro. Deuringer sieht beide Häuser gut am Markt aufgestellt mit Eigenkapital und Ertrag. Der betrage 0,83 Prozent der Bilanz, deutlich über dem Durchschnitt im Land von 0,73 Prozent. Man müsse die Fusion vollziehen, sagte Seibel, solange man handlungsfähig sei. Lehmann stimmt zu, spricht von Fusion auf Augenhöhe, dem Ziel, zweitgrößte Bank im Alb-Donau-Kreis zu werden, um den Firmenkunden größere Kredite zu ermöglichen. „Ich hoffe, dass das unsere Mitglieder auch so sehen.“

Falls dem so ist, erfolgt die technische Fusion am 12. Oktober 2019, die rechtliche rückwirkend zum 1. Januar 2019. Für die Kunden sollen sich daraus zunächst keine Änderungen ergeben.

Wollen mit ihren Häusern fusionieren (von links): Martin Traub (Raiba), Gerhard Deuringer, Peter Seibel, Jost Grimm (alle Donau-Iller-Bank), Fritz Lehmann und Klaus Hofmann (beide Raiba).