Raiffeisenbank ist verhalten optimistisch

15.06.2018|SWP Ehingen (Renate Emmenlauer)

Die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß weist ein solides Ergebnis 2017 aus. Bei der Generalversammlung gab es Applaus.

Mit einem Abriss über die weltwirtschaftliche Entwicklung stieg Fritz Lehmann bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß am Mittwoch in der voll besetzten Lindenhalle in seinen Jahresbericht ein. Deutschland befinde sich noch auf einem hohen Niveau, sagte der Bankchef. „Wir möchten in einer immer globalisierteren und digitalisierteren Welt der regionale, ehrliche, zuverlässige Ansprechpartner für die finanziellen Belange sein“, sagte er.

Und die Bank stehe auch weiter zu ihrem sozialen und kulturellem Engagement, betonte Lehmann. Allein 90.000 Euro seien 2017 an Vereine und Institutionen geflossen. An die Mitglieder seien vergangenes Jahr 295.229 Euro an Dividenden geflossen, die Raiffeisenbank beschäftige rund 120 Mitarbeiter. Den guten Jahresabschluss des Ehinger Bankhauses belegte Vorstand Klaus Hofmann in Zahlen (wie ausführlich berichtet). Er sprach von einem zufriedenstellenden Geschäftsjahr. Die meisten der Jahresziele konnten erreicht werden. „In einzelnen Bereichen sind wir nicht zufrieden und werden unsere Anstrengungen weiter verstärken“, sagte Hofmann. Die Dividende der Bank beträgt vier Prozent.

Neue Ertragsquellen erschließen

Für 2018 zeigte sich Klaus Hofmann „verhalten optimistisch“. Die hohen Kosten von Regulatorik und Verbraucherschutz sowie die Niedrigzinspolitik werden das Betriebsergebnis weiter schmälern. Entgegenwirken will das Bankhaus mit Prozessoptimierung und Kostenreduzierung. Mittelfristig sei das bisher so erfolgreiche Geschäftsmodell existentiell bedroht, deshalb müsse man neue Ertragsquellen erschließen und die Kosten weiter senken, dennoch wolle man ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Die Frage sei, ob man die Zukunftsfähigkeit als eigenständiges Institut sichern könne oder aber durch den Zusammenschluss mit einer Nachbarbank.

Der Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand stimmten die Mitglieder einstimmig zu. Öpfingens Bürgermeister Andreas Braun, der die Entlastung vornahm, sagte: „Ich bin froh, mit der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß einen verlässlichen Partner für die Bürger in Öpfingen zu haben.“ Kai-Uwe Dienstdorf vom Genossenschaftsverband beglückwünschte die Bank zum ordentlichen Jahresergebnis. Der Aufsichtsratsvorsitzende Franz Reck handelte die Regularien ab.

Danach lieferte Raibachef Fritz Lehmann zu seinem Ruhestand Ende 2018 persönliche Abschiedsworte: „Heute stehe ich zum 21. und zum letzten Mal vor Ihnen bei einer Generalversammlung. Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge.“ Die Arbeit „bei Ihrer, meiner und unserer Raiba hat mir immer riesig Freude gemacht. Es war ein super schöner Job.“ Darauf folgte anhaltender Beifall.

Zum zweiten Mal nach 2009 weilte der Journalist und TV-Sport-Moderator Dr. Norbert Lehmann bei der Generalversammlung der Raiffeisenbank. Sein Thema: „Jetzt geht’s los, Die Fußball-WM in Russland – Chancen, Risiken und Nebenwirkungen für Deutschland und den Rest der Welt.“ Der Referent begrüßte seinen Namensvetter Fritz Lehmann und versicherte: „Wir beide haben nichts mit den Brüdern jenseits des Atlantiks zu tun, die zwar den gleichen Nachnamen tragen, aber nur mit einem n.“

Wehmut nach WM 2006

Lehmann ließ zunächst die Anwesenden darüber abstimmen, ob die deutsche Nationalelf Weltmeister wird oder nicht. „Halbe, halbe, das gebe ich gleich an unsere Jungs in Moskau durch“, meinte er. Er selbst habe kein richtig gutes Gefühl mit Blick auf die Niederlagen in den vergangenen Wochen, dazu noch der „völlig daneben“ gewesene Auftritt von Özil und Gündogan.

Wehmütig blickte er auf die Fußball-WM 2006 in Deutschland zurück: „Das war eine richtige Weltmeisterschaft bei Freunden.“ Die WM in Russland hingegen könne wohl kaum so bezeichnet werden, da dieses Land die Rechtsstaatlichkeit mit Füßen trete, systematisch Staatsdoping betreibe und den Fußball rein als Politikum nutze.

Medaillen und Urkunden für Aufsichtsräte

Abschied Hans-Georg Baier (Beiningen) wurde nach 44 Jahren im Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß altershalber verabschiedet. Er wurde mit der Raiffeisen-Delitzsch-Medaille ausgezeichnet, Josef Rapp (Oberdischingen), ebenfalls altershalber verabschiedet, erhielt als Präsent nach 22 Jahren eine silberne Ehrennadel mit Urkunde.

Ehrungen Für 40 Jahre Betriebszugehörigkeit gratulierte die Bank Reiner Höcker und Ulrike Braig, für 30 Jahre Eberhard Glöckler, Hans-Dieter Fuchs für 25 Jahre, Markus Aierstock für 20 Jahre und Daniela Zubaio für 10 Jahre.

Wahlen Im Aufsichtsrat bleiben aktiv Karl-Heinz Held (Pappelau) und Walter Sebald (Babenhausen).

Martin Traub (von links) und Klaus Hofmann (Vorstände der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß) stehen mit den verabschiedeten Aufsichtsräten Josef Rapp und Hans-Jörg Baier sowie Raiba-Chef Fritz Lehmann, Aufsichtsratsvorsitzender Franz Reck und Kai-Uwe Dienstdorf vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband beisammen. © Foto: Emmenlauer

Referent und TV-Journalist Norbert Lehmann.  SZ-Foto: kircheis