Die Gewinner der SZ-Sportlerwahl stehen fest

08.03.2018|SZ Ehingen

Die Leserinnen und Leser der Schwäbischen Zeitung Ehingen haben entschieden: Die Frauenfußball-Mannschaft des SV Granheim ist Mannschaft des Jahres 2017. Bei den Sportlern hat sich der Allmendinger Bogenschütze Frank Bantle durchgesetzt, bei den Frauen ist die Leichtathletin Annika Schepers auf Platz eins gewählt worden. Die Sportlerehrung fand am Dienstagabend im Foyer der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß statt.

Die Leichtathletin Annika Schepers, der Bogenschütze Frank Bantle und die Fußballerinnen des SV Granheim sind die SZ-Sportler des Jahres 2017. Sie erhielten von den Lesern der Schwäbischen Zeitung die meisten Stimmen und wurden zusammen mit den Zweit- bis Fünftplatzierten der Wahl in der Hauptstelle der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß geehrt. An der 13. Auflage der Aktion hatten sich fast 1200 Leser beteiligt.

Sportler des Jahres 2017

Die meisten Stimmen in dieser Kategorie erhielt der Bogenschütze Frank Bantle aus Allmendingen, der 2017 Medaillen bei deutschen und europäischen Meisterschaften gewann. Bantle verriet, wie viel Zeit der Sport beansprucht hat und dass für die eigene Hochzeit mit Stefanie, ebenfalls Bogenschützin, nur wenige Termine zur Auswahl standen. "Es waren 30 Turniere in 52 Wochen, da wird es schon eng", so Bantle. Die Flitterwochen würden nun 2018 nachgeholt. "Dieses Jahr lassen wir es etwas ruhiger angehen."

Platz zwei belegte Timo Rothenbacher, Torschützenkönig der Fußball-Kreisliga A vom FC Schelklingen/Alb, der wegen einer Geschäftsreise nach Paris am Ehrungsabend fehlte. Für ihn nahm Cousin und Teamkollege Kevin Rothenbacher den Preis entgegen. "Wir sind froh, so einen herausragenden Spieler und Menschen im Verein zu haben, der Tore am Fließband erzielt und dennoch keine Allüren hat", so Kevin Rothenbacher.

Drittplatzierter war David Grözinger, der wegen des Trainings bei seinem Verein VfB Stuttgart verhindert war. Sein Vater Gerd überbrachte die Grüße des talentierten Fußballers aus Rottenacker, der für die Bundesliga-A-Junioren des VfB kickt und zum Kader des Regionalliga-Teams gehört. Nach Worten des Vaters wird sich am Saisonende entscheiden, wohin der Weg des VfB-Spielers führt.

Auf die Plätzen vier und fünf kamen der 15-jährige Daniel Udsilauri vom TSV Erbach, der wie sein Zwillingsbruder George Udsilauri zu den größten Judo-Talenten in Deutschland zählt, und der Ehinger Tennisspieler Alexander Windisch, Weltranglistenerster und Europameister der Altersklasse 45.

Sportlerin des Jahres 2017

Stimmenkönigin wurde Annika Schepers, die damit in die Fußstapfen ihrer Vereinskollegin Kerstin Steinle tritt, die im Jahr davor gewann. Schepers sorgte 2017 mit dem Gewinn der Bronzemedaille im Kugelstoßen bei den deutschen U16-Meisterschaften für den bisher größten Erfolg der Leichtathleten der SG Dettingen; am Ende ihres bisher sportlich besten Jahres wurde sie in den Bundeskader berufen. Wie weit sie es noch bringt in der Leichtathletik, darüber mache sie sich noch keine Gedanken. "Ich will jede Saison besser werden", sagte sie bei der Preisverleihung. Voraussetzung dafür sei aber, verletzungsfrei zu bleiben.

Rang zwei belegte die Handballerin Hannah Prang, die als A-Juniorin in der Saison 2016/17 mit den Frauen der TSG Ehingen in die Bezirksklasse aufstieg und auch in der höheren Spielklasse Tore am Fließband erzielt. Dies sei nicht allein ihr Verdienst, betonte sie. Ohne das Team wäre auch sie nicht so erfolgreich. Als Aufsteiger belegt die TSG aktuell Rang drei, doch künftig darf es aus Sicht von Prang mehr sein. "Ich hoffe, dass es nächste Saison weiter nach oben geht."

Dritte bei der Sportlerwahl wurde Laura Heinrich, Taekwondo-Kämpferin des SC Kirchen, deren größter Erfolg 2017 die Silbermedaille bei deutschen Meisterschaften war. Sie hofft auf eine ähnlich gute Saison 2018 und nannte als ein großes Ziel die Teilnahme an den German Open, einem stark besetzten Turnier mit internationaler Beteiligung.

Zwei Fußballerinnen kamen auf die Plätze vier und fünf. Die Ehingerin Mia Eickmann, württembergische U16-Auswahlspielerin, ist mit Doppelspielrecht für die Landesstaffel-C-Junioren der TSG Ehingen und die Bundesliga-B-Juniorinnen des SV Alberweiler am Ball. Ihr erstes Bundesliga-Tor für den SVA sei "nicht so schwer gewesen", so Eickmann. "Die Vorlage war gut und ich musste den Ball nur noch reinschieben." Vielleicht spielt Eickmann eines Tages an der Seite der Dettingerin Melanie Geiselhart, die seit sechs Jahren beim SVA im Tor steht - erst bei den B-Juniorinnen, seit drei Jahren bei den Frauen. Mit ihnen stieg sie 2017 in die Regionalliga auf und ein weiterer Höhepunkt war das 0:3 verlorene DFB-Pokalspiel gegen Bayern München. Fußballerisches Können zeichne einen modernen Torwart aus, so Geiselhart. "Man darf nicht nur auf der Linie gut sein."

Mannschaft des Jahres 2017

In dieser der Kategorie ging Platz eins an die Fußballerinnen des SV Granheim, die 2016/17 in die Verbandsliga aufstiegen. Fast zehn Spielerinnen waren bei der Preisverleihung vertreten - und Abteilungsleiter Reinhold Oßwald, der den Aufwand im Frauenfußball in Landes- oder Verbandsliga erwähnte. "Man ist daran gewöhnt, weit zu fahren. Selbst in der Regionenliga sind es immer zumindest 45 Minuten Fahrt." Die Spielerinnen "stehen am Sonntag um 8 Uhr auf und um 11 oder 13 Uhr auf dem Fußballplatz - alles für ein Butterbrot und den sportlichen Erfolg". Eine Party oder einen Bus zu einem Auswärtsspiel lasse sich mit dem Preisgeld finanzieren, so Oßwald. Vielleicht springt beides heraus: Raiffeisenbank-Chef Fritz Lehmann lud die Fußballerinnen spontan zu einem Fest in seine Jagdhütte ein.

Ein weiterer Verbandsliga-Aufsteiger belegte Rang zwei: die Fußballer des SSV Ehingen-Süd. Eine kleine Delegation von Süd nahm den Preis entgegen. Christoph Guter, Leiter Fußball beim SSV, betonte vom Unterschied der Verbands- zur Landesliga - "höhere Herausforderungen, sportlich und auch logistisch" - und sprach von einem "großartigen und spannenden ersten halben Jahr" in der höheren Spielklasse.

Auf Rang drei gewählt wurden die Fußballer der SG Altheim, die fast mit der kompletten Mannschaft und Trainer Joachim Oliveira erschienen war. Gefragt nach dem Erfolgsgeheimnis hinter dem erstmaligen Aufstieg des Vereins in die Bezirksliga und der erfolgreichen Vorrunde im Bezirksoberhaus, antwortete Oliveira: "Es gibt keines. Die Spieler sind einfach richtig geile Jungs. Was man ihnen vorgibt, versuchen sie eins zu eins umzusetzen."

Auf den weiteren Plätzen landeten die Herren I des TC Ehingen und die Fußballer der TSG Ehingen. Trainer, Sportwart und Spieler Jiri Heinisch vom Tennis-Team sagte, dass 2017 ursprünglich der Nichtabstieg aus der Oberliga das Ziel war, am Ende aber unbesiegt Meisterschaft und Aufstieg in die Württembergliga heraussprangen. "Das war nicht vorgesehen, aber wir haben dann auch nicht Nein gesagt", so Heinisch. Schließlich habe noch nie eine Ehinger Mannschaft in der Württembergliga gespielt. Von den TSG-Fußballern, 2017 nach einem denkwürdigen Saisonfinale in die Landesliga aufgestiegen, waren Spielleiter Michael Schleicher und ein halbes Dutzend Spieler der damaligen Mannschaft bei der Preisverleihung - darunter der Kapitän der Aufstiegsmannschaft, Jonas Brotbeck, der nach der Saison seine Kickschuhe an den Nagel gehängt hatte. Auch Trainer Udo Rampelt war dabei, der ebenfalls am Saisonende aufgehört hatte.