Banken verschieben geplante Fusion

13.03.2019/SZ Ehingen (Tobias Götz)

Verschmelzung zwischen der Raiba und der Donau-Iller Bank nun im Jahr 2020 geplant

Die für dieses Jahr geplante Fusion zwischen der Donau-Iller Bank und der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß wird um ein Jahr verschoben. Darauf haben sich die Vorstände beider Ehinger Genossenschaftsbanken geeinigt. Um eine sinnvolle Fusion machen zu können, brauchen beide Kreditinstitute noch mehr Zeit, als bisher geplant.

"Eines ist klar. Beide Banken wollen diese Fusion unbedingt. Nur der Zeitstrahl ist momentan das Problem", macht Fritz Lehmann von der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß deutlich, der in den vergangenen Monaten als Sonderbotschafter Fusion unterwegs gewesen ist. "Wir haben am Montag mit dem Vorstand der Donau-Iller Bank und den Aufsichtsräten getagt und entschieden, die Fusion um ein Jahr zu verschieben", so Lehmann, der betont: "Wir waren bisher Konkurrenten. Jetzt geht es auch darum, Vertrauen zu schaffen, die Kollegen besser kennenzulernen. Das gilt nicht nur für das Vorstandsteam, sondern natürlich auch für die Belegschaft." Als eine erste Maßnahme für ein Kennenlernen werden beide Banken gemeinsam mit ihren Mitarbeitern zum Bowling gehen.

"Wir dürfen nun aber niemandem einen Vorwurf machen. Es gibt so viele Prozesse innerhalb beider Banken. Und bei einer Fusion verschwindet ja eine Bank komplett", sagt Jost Grimm, Vorstandsmitglied der größeren Donau-Iller Bank. "In unserem Falle ist eine Fusion sehr speziell. Wir haben sehr viele Doppelkunden. Glücklicherweise haben wir aber keine doppelten Kontonummern, was bei vorherigen Fusionen auch schon passiert ist", so Grimm, der deutlich macht, dass vieel Dinge erst in den vergangenen Wochen klar wurden.

"Unser Zeitplan war sehr ambitioniert. Eine Fusion in diesem Jahr wäre zu einem Gewaltakt geworden", sagt Raiba-Vorstandsmitglied Klaus Hofmann und sein Vorstandskollege Martin Traub macht in diesem Zusammenhang deutlich: "Unser Tagesgeschäft bleibt ja. Wir stecken momentan in einer Vorfusionsphase, in der wir viele Prozesse vereinheitlichen."

"Gemeinsam besser"

Und genau das sei den Vorstandsmitgliedern in den vergangenen Wochen klar geworden. "Ein Markt, eine Bank bleibt unser Ziel. Wir alle wissen, dass die Zinsen weiterhin niedrig bleiben werden, dass die Prozesse schwieriger werden und beide Banken mit großen Veränderungen leben müssen", erklärt Jost Grimm, der auch betont, dass beide Banken "gemeinsam besser und kostengünstiger" arbeiten können. "Deswegen macht es keinen Sinn, die Fusion nun mit aller Gewalt durchzudrücken. Wir haben jetzt aber genügend Zeit, gemeinsam an den Stellschrauben zu drehen, gemeinsam die Prozesse zu vereinheitlichen und zu optimieren. Wir müssen uns kennenlernen - schließlich waren wir bisher Konkurrenten und wussten nicht exakt, welche Gemeinsamkeiten wir haben", so Grimm. Deswegen sei der Zeitpunkt für eine Zusammenarbeit zwar richtig, der eine oder andere bräuchte aber noch mehr Informationen. Auch Donau-Iller-Bank-Vorstandsmitglied Peter Seibel, der am Ende des Jahres in den Ruhestand gehen wird, macht deutlich: "Der Zeitpunkt für eine Fusion ist so gut wie seit 20 Jahren nicht mehr." Fritz Lehmann, der im Dezember vergangenen Jahres in den Ruhestand verabschiedet wurde, wird noch bis zum 30. Juni als Fusionsbeauftragter tätig sein.

Beide Banken werden zudem in Abstimmung mit den Aufsichtsräten in den kommenden Wochen einen Verschmelzungsvertrag unterschreiben. Die Fusionsabstimmungen sollen dann bei den General- und Vertreterversammlungen beider Banken im Frühsommer 2020 erfolgen. Die Fusion würde dann, im Falle einer positiven Abstimmung, rückwirkend zum 1. Januar 2020 gelten.

Die Vorstände (v.l.) Martin Traub, Jost Grimm, Fritz Lehmann, Klaus Hofmann und Peter Seibel bleiben in Sachen Fusion am Ball. (SZ-Foto: götz)