Der Wunsch nach weiteren Erfolgen

29.03.2019/SZ Ehingen

In unterschiedlichen Sportarten haben die Preisträger der 14. Auflage der Sportlerwahl von Schwäbischer Zeitung und Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß im vergangenen Jahr auf Landes- und Bundesebene und teilweise sogar international ihre Erfolge erzielt. 2019 wollen sie daran nahtlos anknüpfen, das machten die Athletinnen und Athleten im Gespräch mit SZ-Redaktionsleiter Tobias Götz bei der Preisübergabe in der Hauptstelle der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß, deutlich.

Sportlerin des Jahres

Zur Sportlerin des Jahres wählten die SZ-Leser Laura Heinrich vom SC Kirchen. Im vergangenen Jahr bei den deutschen Meisterschaften im Taekwondo hatte Heinrich in der Disziplin Freestyle („Das war was Neues in unserem Sport“) die Bronzemedaille geholt. Damit begnügt sie sich nicht. Ihr Ziel sei es, deutsche Meisterin zu werden, sagte Laura Heinrich. „In diesem Jahr habe ich auch gute Chancen.“ Die nationalen Meisterschaften finden im Herbst statt und bis dahin werde sie „trainieren, trainieren, trainieren“.

Zweitplatzierte der Wahl war Veronika Ulrich (TSG Ehingen), die in der Altersklasse W50 zu den schnellsten Läuferinnen in Deutschland gehört - auf der Bahn, im Cross-, Wald- und Straßenlauf. Einen DM-Titel und einmal Silber gab es 2018 - und das vielleicht auch 2019? „Ich bin noch ehrgeizig“, so Ulrich, die im Alter von etwa 30 Jahren mit der Leichtathletik begonnen habe. „Damals wollte ich erst mal abnehmen, ich wog 80 Kilogramm.“ Heute ist sie schlank und schnell, die zehn Kilometer läuft sie deutlich unter 40 Minuten.

Ebenfalls Leichtathletin ist Annika Schepers (SG Dettingen), die Dritte der Sportlerwahl. Sie zählt noch zur U18, ihre Paradedisziplin ist das Kugelstoßen. In dieser Disziplin zählt sie zu den Besten, bei den baden-württembergischen und süddeutschen Meisterschaften 2018 gewann sie Medaillen, bei der DM verpasste sie das Finale der besten acht knapp. Auch im Siebenkampf mischte sie auf nationalem Niveau mit. „In diesem Jahr sind die deutschen Meisterschaften in Ulm, da will ich im Kugelstoßen und Siebenkampf teilnehmen und ein möglichst gutes Ergebnis erzielen“, sagte Schepers.

Die Tischtennis-Spielerin Lea Scheuing (SC Berg), im Vorjahr Dritte der baden-württembergischen Jahrgangs-Einzelmeisterschaften und im Baden-Württemberg-Ranglistenturnier der U13 belegt hatte, hat auch noch einiges vor. „Wenn ich mal baden-württembergische Meisterin bin, wäre das eine richtige Motivation fürs Training.“ Fußballerin Ecem Cuert wurde mit einem Istanbuler Klub türkische Meisterin und qualifizierte sich für die Champions League, ehe sie in ihre deutsche Heimat zurückkehrte. „Es war eine schöne Erfahrung, mal in einem anderen Land zu spielen“, so Cumert. Vielleicht nicht die letzte, ihre Lieblingsvereine sind in Spanien.

Sportler des Jahres

Der Sieger in der Männer-Kategorie, Judoka Dimitrij Popp vom TSV Erbach, fehlte wegen der Teilnahme bei den Bremen Masters beim Festabend. Trainer Jörg Berken und Bruder Anton Popp nahmen den Preis entgegen. Dimitrij Popp hatte 2018 in der Altersklasse U15 „ziemlich alles gewonnen“, so Berken. Nur einmal, bei einem Turnier, habe gegen einen Belgier verloren. Was ist für Dimitrij Popp in Zukunft möglich? „Alles“, sagte sein Trainer. „Vor drei Jahren habe ich ihn gefragt, was er werden will. Und Dimitrij antwortete: Weltmeister. Das hat er im Kopf.“

Auch der Zweitplatzierte der Sportlerwahl ließ sich entschuldigen, Vater Horst Türpitz übermittelte die Grüße seines Sohnes Philip („Er wäre gerne hier dabei gewesen, aber das nächste Spiel ist schon am Freitag und die Vorbereitung darauf läuft“). Philip Türpitz war 2018 mit dem FC Magdeburg in die Zweite Fußball-Bundesliga aufgestiegen und hatte zum Aufstieg und zur Drittliga-Meisterschaft 17 Treffer beigesteuert. „Man kann sich fast nicht mehr wünschen, als die Ziele, die man sich gesteckt hat, zu erreichen“, sagte Horst Türpitz über die Erfolge von Philip.

Dritter der Wahl war der Basketballer Kevin Yebo vom Team Ehingen Urspring, der 2017 aus der Regionalliga zum Zweitligisten gewechselt war. Dass er sich rasch zu einem Leistungsträger der Steeples und zu einem der besten jungen Spieler der ProA entwickelte, „dafür muss ich mich bei meinen Trainern bedanken, die mit mir in die Halle gegangen sind und das Beste aus mir rausgeholt haben“, so Yebo. Die starke aktuelle Saison der Steeples führt er auf die „Teamchemie“ zurück („Sie stimmt“) und für die Play-offs traut Yebo seiner Mannschaft mehr als das Viertelfinale zu. „Man kann die erste Runde überstehen.“

In der in Deutschland wenig bekannten Sportart Lacrosse feiert der Munderkinger Johannes Dalheimer Erfolge, 2018 belegte er mit dem Nationalteam Platz neun bei der WM. „Es ist ein indianischer Sport aus den USA, ein Teamsport und ein bisschen wie Hockey in der Luft“, so Dalheimer, der lange Fußball gespielt und als Student in Karlsruhe über American Football zum Lacrosse fand. Weit bekannter ist der Tennissport, in dem der Ehinger Alexander Windisch im Vorjahr unter anderem den EM-Titel der Altersklasse M50 gewann.

Mannschaft des Jahres

Nicht mit dem Sieg in der Kategorie Mannschaften gerechnet hatten die Voltigiererinnen Elisabeth Sieben und Sina Stöhr von den PSF Munderkingen - umso größer war die Freude. 2018 war das Duo baden-württembergischer Meister geworden - Elisabeth Sieben zudem im Einzel Zweite. Schwierige turnerische und akrobatische Übungen auf dem Rücken eines Pferdes kennzeichnen das Voltigieren und Moderator Tobias Götz wollte wissen, ob sie nicht Angst vor Stürzen hätten. „Wir voltigieren, seit wir klein waren. Deshalb haben wir keine Angst mehr“, sagte Stöhr. Groß ist dagegen die Sorge um die weitere sportliche Karriere, denn ihr Pferd Halardo sei „schon etwas älter“. Und es sei schwierig, „ein Voltigierpferd zu finden“.

Die Fußballerinnen der SG Altheim als Zweite der Sportlerwahl hatten 2018 den zweiten Aufstieg in kurzer Zeit erreicht. Zwei Jahre zuvor waren sie in die Regionenliga aufgestiegen, nun spielen sie in der Landesliga. Der Kern des Teams sei seit der Jugend zusammen und die Zugänge hätten teils in der Jugend auch schon in Altheim gespielt, so Spielführerin Tanja Kottmann über die Gründe für den Erfolg des Teams von Trainer Gerhard Kottmann, das in der laufenden Landesliga-Saison Platz zwei belegt. „Außerdem sind wir nicht nur Mannschaftskolleginnen, sondern richtig gute Freundinnen.“

Dritte bei der SZ-Sportlerwahl wurden zwei Mannschaften: die Fußball-A- und die B-Junioren der TSG Ehingen. Beide Teams, in der vergangenen Saison trainiert von Mohsen Younis (A-Jugend) und Toni Giuliano (B-Jugend), waren Bezirksstaffel-Meister und hatten sich danach auch in der Aufstiegsrunde zur Verbandsstaffel durchgesetzt. „Es war ein sensationelles Jahr für die TSG-Jugend“, sagte Jugendleiter Thomas Javornik, der weitere Erfolge in anderen Altersklassen anführte. Von der A- bis zur C-Jugend auf Verbandsebene vertreten zu sein, sei aber auch „ein finanzieller Kraftakt“.

Die Bogenschützen des SSV Ehingen sorgten mit dem Gewinn der Württembergliga-Meisterschaft und dem Erfolg in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga im Vorjahr für Furore. „Die Bogenschützen sind unser Aushängeschild“, sagte der SSV-Vorsitzende Peter Banderitsch. Erstmals bei der DM waren 2018 die M40-Prellballer des TSV Rißtissen, die zuvor die süddeutsche Meisterschaft gewonnen hatten. „Das war eine ganz neue Erfahrung für uns“, sagte Spieler Harald Hofmann. Und keine schlechte, Siebter wurde der TSV gegen die starke Konkurrenz aus dem Norden. „Wir haben die Fahne des Südens hochgehalten.“

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