Donau-Iller-Bank und Raiffeisenbank Ehinger Banken stellen Fusionsgespräche ein

24.05.2019|SWP Ehingen (Stefan Bentele)

Die Fusion der in Ehingen ansässigen Donau-Iller-Bank und der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß wird „nicht weiterverfolgt“.

Im künftigen Namen bestand Einigkeit: "Alb-Donau-Iller Bank" sollte die Genossenschaftsbank heißen, nachdem die in Ehingen ansässige Donau-Iller-Bank und die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß fusioniert hätten. Seit Donnerstagnachmittag ist klar: Daraus wird nichts. Zumindest vorerst. Denn in anderen Punkten gab es keine Einigkeit, stattdessen "deutlich unterschiedliche Auffassungen" über den Weg zur Fusion und die zeitliche Umsetzung, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung beider Banken heißt. Es war der dritte Anlauf für ein Zusammengehen beider Institute.

Was für Punkte das im Einzelnen waren, das wollen die Vorstände beider Banken nicht preisgeben. "Wir wollen das unter uns behalten", sagt Klaus Hofmann von der Raiba. Ihm zufolge haben beide Seiten Themen auf der "reinen Sachebene" eingebracht, an denen sich die Meinungen schieden, die keine Kompromisse zugelassen haben. "Aber wir sind uns nicht spinnenfeind."

Jost Grimm (Donau-Iller-Bank) spricht davon, dass der Versuch der Fusion gut gewesen, man sich näher gekommen sei und eine Basis des Nebeneinanders gefunden habe. "Wir bleiben in vernünftigem Kontakt", er spricht von einem "nachbarschaftlichen, freundschaftlichen" Verhältnis. Man werde Kooperationen in Bereichen suchen, die beide betreffen, etwa bei der Digitalisierung, Regularien. Aber auch, dass beide Häuser Konkurrenten am Markt bleiben werden, wenngleich es künftig Fälle geben mag, die beide nur gemeinsam lösen können.

Der Wille der Fusion, das betonten beide Seiten, sei nach wie vor vorhanden. Auch, dass beide Häuser wirtschaftlich gut da stehen. "Die Gründe, die für die Fusion gesprochen haben, bleiben", sagt Hofmann. Die Raiba aber will sich zunächst auf sich selbst konzentrieren, wobei zunächst grob die nächsten drei Jahre bedeutet. Grimm spricht davon, dass die kritischen "wesentlichen Punkte" vielleicht in zwei bis drei Jahren gelöst werden könnten.

Im November hatte beide Banken ihren Willen zur Fusion verkündet. Mitte dieses Jahres, so hieß es damals, sollten die 11 000 Mitglieder der Raiba auf einer Generalversammlung abstimmen, ebenso die 500 Vertreter der 27 000 Mitglieder der Donau-Iller-Bank. Im März hieß es dann bereits, dass der Zeitstrahl zu ambitioniert schien, man sich erst kennenlernen muss. Aber auch: "Die Fusion muss sein", wie Grimm damals sagte. Auch Fritz Lehmann, ehemals Raiba-Vorstand und Sonderbeauftragter für die Fusion, sagte, dass es am Ziel keinerlei Abstriche gebe.

Die "endgültige Absage" der geplanten Fusion, sagt Martin Traub von der Raiba, erfolgte Anfang der Woche. Zuvor zeichnete sich ab, dass der Verschmelzungsvertrag, der im Frühjahr unterschrieben hätte werden sollen, nicht zustande kommt. Das bestätigt auch Grimm. Beide Banken betonen, dass die neue Situation nicht dazu führt, dass Stellen in Häusern gestrichen werden.

Unter den Mitarbeitern der Raiba sei "die Stimmung geknickt", sagt Hofmann. Anfangs gab es ihm zufolge nicht nur Befürworter, was sich in den vergangenen Monaten aber verändert hat. Unter den Mitgliedern gab es viel Zustimmung für die Fusion. Grimmt sagt, dass es für manche Mitarbeiter eine "Überraschung" gewesen sei. Unter den Mitgliedern wiederum habe er, wie er sagt, keine negativen Stimmen vernommen.

Martin Traub (Raiba von links), Gerhard Deuringer, Peter Seibel und Jost-Grimm (alle Donau-Iller Bank), Fritz Lehmann und Klaus Hofmann (beide Raiba) demonstrierten im November vor dem Groggensee in Ehingen Einigkeit und Zuversicht, dass es mit der Fusion im dritten Anlauf klappt. Seit Donnerstag ist klar, dass in mehreren Punkten keine Einigkeit besteht, die Fusion zur "Alb-Donau-Iller Bank " nicht klappt. (Foto: Stefan Bentele)