Fusion wird um ein Jahr verschoben

13.03.2019/SWP Ehingen (Andreas Hacker)

Es ist mehr Zeit notwendig, damit aus Konkurrenten Freunde werden können, sagen beide Vorstandsgremien.

Auf ihrem Weg zur gemeinsamen Alb-Donau-Iller-Bank brauchen die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß und die Donau-Iller-Bank mehr Zeit. Das haben die beiden Vorstandsgremien gestern mitgeteilt und eine „Fusion in zwei Schritten“ angekündigt. Die Idee sei richtig, aber der Zeitstrahl zu ambitioniert, machten Fritz Lehmann (Raiba) und Jost Grimm (Donau-Iller- Bank) deutlich. Deshalb haben beide Banken mit ihren Aufsichtsräten beschlossen, die für diesen Juni geplante Abstimmung ihrer Mitglieder um ein Jahr zu verschieben. Gestern sind auch die Mitarbeiter informiert worden.

"Wir wollen die Zeit nutzen, um in der gemeinsamen Projektarbeit Vertrauen zu schaffen", sagte Lehmann. Das sei notwendig, "denn bisher waren wir ja Konkurrenten und nun sollen wir Freunde werden." Lehmann räumte ein, dass die Ende November vorgestellten Pläne zum Zusammenschluss für seine Mitarbeiter "schon etwas überraschend" gekommen seien, nun bräuchten sie einfach etwas länger. "Wir müssen uns kennenlernen", bestätigte auch Grimm und sieht in dem Jahr zusätzlich wichtige Zeit für gemeinsame Organisationsentwicklung. Die Bereichsleiter beider Banken seien zwar schon miteinander im Gespräch, die eingeleiteten Projekte dauerten aber länger. Das Miteinander fördern sollen auch Veranstaltungen wie ein gemeinsamer Bowlingabend aller Mitarbeiter morgen in Neu-Ulm.

Bald Verschmelzungsvertrag

Grimm wie Lehmann betonten, dass es am Ziel keinerlei Abstriche gebe. "Die Fusion muss sein", sagte Grimm und verwies auf anhaltenden Niedrigzins und angekündigte weitere Veränderungen im Zahlungsverkehr. "Wenn die Fusion gelingt, ensteht eine der besten Banken im Verbandsgebiet", ist Lehmann überzeugt. Für Lehmann wie für Peter Seibel von der Donau-Iller-Bank bedeutet die Verschiebung, dass sie die Fusion, falls sie kommt, nicht mehr in ihrer Zeit als aktive Vorstandsmitglieder erleben: Lehmanns Vertrag endet zum 30. Juni; Seibel scheidet zum Jahresende aus.

Die begonnene Kooperation wird fortgesetzt und in einem Verschmelzungsvertrag geregelt, der in den nächsten Wochen unterschrieben werden soll. Am 22. Mai wird es eine weitere Information aller Mitarbeiter geben; im Frühsommer 2020 soll dann auf der General- und Vertreterversammlung beider Banken über die Fusion abgestimmt werden.