Raiba kehrt zum Tagesgeschäft zurück

08.06.2019|SZ Ehingen (Nina Lockenvitz)

Bei der Generalversammlung kommen die geplatzten Fusionsgespräche kurz zur Sprache.

 

Nach den geplatzten Fusionsgesprächen mit der Donau-Iller Bank ist die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß zum Tagesgeschäft übergegangen. Bei der Generalversammlung am Donnerstagabend in der vollbesetzten Lindenhalle kamen die Ereignisse der vergangenen Wochen nur kurz zur Sprache. Wichtiger waren drei Personalien: Nach vielen Jahren Engagement und Dienst für die Raiffeisenbank verlassen der Vorstandsvorsitzende Fritz Lehmann sowie Franz Reck und Hans Jörg Baier vom Aufsichtsrat die Bank.

Für die Raiffeisenbank in Ehingen endet eine Ära. Eigentlich hatte Fritz Lehmann seinen Ruhestand im Zuge der Fusionsgespräche um sechs Monate aufgeschoben, nun, da der Zusammenschluss der Ehinger Banken zumindest „mittelfristig“ - wie betont wurde - wieder vertagt ist, wird Lehmann nun mehr Zeit für Familie, Wald und Fische haben. Bereits im vergangenen Jahr war Fritz Lehmann mit einem großen Fest im Adler verabschiedet worden. „Doch nun wirklich zum letzten Mal: Meine Bankära geht zu Ende“, sagte er zum Ende der Generalversammlung hin. Er freue sich auf seine Familie und die Hobbys und werde die Arbeit aber wohl trotzdem auch vermissen.

 

Auch für Franz Reck aus Blienshofen wird es die letzte Sitzung als Vorsitzender des Aufsichtsrates sein. Seit 1986 war er im Aufsichtsrat der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß und davon 32 Jahre als Vorsitzender. Mehr als 21 Jahre davon arbeitete er mit Fritz Lehmann zusammen. Sie begleiteten zusammen den Zusammenschluss mit den Raiffeisenbanken aus Obermarchtal (2005), dem Hochsträß (2008) und Dellmensingen (2016). „Herr Reck, Sie waren immer ein Garant für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit“, würdigte ihn Fritz Lehmann.

 

Vorstandsmitglied Klaus Hofmann kam es zu, den jüngsten Fusionsvorstoß noch einmal aufzugreifen. Es sei richtig und wichtig gewesen, sich mit der strategischen Frage zu beschäftigen und alle Möglichkeiten einer Fusion zu prüfen und auszuloten. Auch wenn man letztendlich das erklärte Ziel nicht erreicht habe, so könne man doch Folgendes festhalten: „Die Gespräche haben in einer Atmosphäre gegenseitiger Wertschätzung stattgefunden“, sagte Hofmann und ergänzte, dass es unterschiedliche Auffassungen nur auf der Sachebene gegeben habe. „Eine gute Basis“ sei das nun für ein nachbarschaftliches Verhältnis und man wisse, dass die kommenden Jahre für beide Banken herausfordernd werden.

 

Keiner der anwesenden Kunden in der Lindenhalle fragte im Anschluss genauer nach, was nun die Gründe gewesen sind. Einstimmig entlasteten die 369 Mitglieder den Vorstand der Raiffeisenbank im weiteren Verlauf der Versammlung. Doch ganz aufgegeben wollte der Vorstand das Thema auch nicht wissen. Schon ganz zu Anfang hatte Vorstandsmitglied Martin Traub allgemein das Thema Fusionen aufgegriffen. Denn wirtschaftliche, politische und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen erschweren es der Raiffeisenbank zunehmenden am Markt erfolgreich zu agieren. Erkennbar sei dies unter anderem am sich weiter fortsetzenden Konsolidierungsprozess der Volksbanken und Raiffeisenbanken. „Nach 40 vollzogenen Fusionen in 2018 hat sich die Zahl der genossenschaftlichen Banken auf 875 reduziert. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend anhalten wird“, machte Traub klar. Doch vorerst steht die Bank solide da, wie die Zahlen zeigten (wir berichteten bereits).

Bei der Ehrung (v.l.): Vorstandsmitglied Martin Traub, Hans Jörg Baier mit Frau, Fritz Lehmann mit Frau, Franz Reck mit Frau und Vorstandsmitglied Klaus Hofmann. (SZ-Foto: götz)