Nur noch zweimal halbtags

28.02.2020|SWP Ehingen

Die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß eG schließt eine Zweigstelle und verkürzt die Servicezeiten an vier weiteren, darunter in Griesingen und in Kirchen.

Das sind die neuen Auszubildenden.

Ausbildung ist vertriebsorientiert

Bei der Volksbank Musterstadt eG steht eine praxisnahe Ausbildung im Mittelpunkt. Neben dem Einsatz in den Geschäftsstellen durchlaufen die Auszubildenden auch die internen Abteilungen, wie das Electronic-Banking und die Marketing-Abteilung. "Unser interner Unterricht sowie das vielfältige Angebot an Seminaren und Workshops sind eine ideale Ergänzung zur theoretischen Ausbildung in der Berufsschule. Dabei legen wir Wert auf eine innovative Ausbildung und setzen hier neben Präsenzveranstaltungen insbesondere auf web-basierte Anwendungen", so Maria Mustermann, Personalreferentin der Volksbank Musterstadt eG.

Bewerbungsrunde für 2016 läuft an

"Motivierte und engagierte junge Leute, die Interesse an einer Karriere als Bankkaufmann bzw. Bankkauffrau bei der Volksbank Musterstadt eG haben, sind eingeladen sich ab sofort bei uns zu bewerben", so Max Mustermann. Interessenten können sich hier im Karrierebereich auf unserer Website über unser Ausbildungsangebot informieren. Die Auswahl der Bewerber beginnt im Herbst 2015.

Pressekontakt

Die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß mit Hauptsitz in Ehingen dampft zum 1. April die Öffnungszeiten an fünf Filialen ein – und schließt zum Jahresende die Zweigstelle in Stetten. Deutlich reduziert werden die Öffnungszeiten in Kirchen, Griesingen, Arnegg und in Pappelau. Kirchen und Griesingen sollen nur noch an zwei Halbtagen geöffnet sein (siehe Infobox). Alle Außenstellen haben bislang von Montag bis Freitag jeweils von 8 bis 17.45 Uhr geöffnet, ausgenommen Mittwochnachmittag und Mittagspausen. Zum Jahresanfang 2021 wird auch in Arnegg kein Mensch mehr am Schalter stehen: Hier bleiben nur Automaten.

Entscheidung nicht leicht gemacht

„Wir wollen in der Region bleiben und nicht schließen“, sagt Martin Traub, einer von zwei Vorständen des Geldhauses. Zwar werde Stetten geschlossen. „Dort ist aber in Dellmensingen nur zwei Kilometer entfernt unsere nächste Außenstelle.“ Die Entscheidung habe man sich nicht leicht gemacht, betont Traub. Derzeit hat die Bank neben der Zentrale in Ehingen noch elf Außenstellen sowie Automaten in der Ehinger Pfisterstaße. Beratungsgespräche, sagt Traub, können weiterhin für die gesamte Woche vereinbart werden.

Geldgeschäft hat sich verändert

Im Wesentlichen nennt Traub zwei Gründe für die Kürzungen der Service-Zeiten an den Schaltern: Das klassische Geldgeschäft hat sich verändert – nicht zuletzt durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank steige der Druck: Mit dem Aufnehmen und Verleihen von Geld springt für die Banken weniger raus als früher. So rechnet diesbezüglich auch die Sparkasse Ulm mit rückläufigen Gewinnen in den nächsten Jahren. Erst im Dezember hatte die Sparkasse bekannt gegeben, 27 Filialen zu schließen, dafür größere Geschäftsstellen zu stärken und 20 Millionen Euro zu investieren, unter anderem in  ein Telefon-Kundencenter.

Neues Kundencenter in Pappelau

Auch die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß eröffnet im Oktober ein Kundencenter in Pappelau, über das Kunden per E-Mail oder Telefon Bankgeschäfte erledigen können. Vier Mitarbeiter sind vorgesehen – gekündigt werden soll niemandem infolge der neuen Öffnungszeiten.

Nutzungsverhalten ist anders

Mit dem neuen Kundencenter klingt bereits das zweite Kernargument an, mit dem Traub die kürzeren Öffnungszeiten in Kirchen, Griesingen und Co. verteidigt: „Das Nutzungsverhalten unserer Kunden hat sich in den letzten Jahren sehr verändert.“ Immer beliebter würden beispielsweise Online-Überweisungen. In den Filialen mit bald gestutzten Öffnungszeiten sind nur noch wenige Service-Kunden gegangen: „Pro Tag hatten wir dort im Durchschnitt nur  noch 5 bis 15 Kunden am Schalter.“ Es gelte: Je kleiner die Außenstelle, desto weniger Kunden.

Wenige Senioren im Netz

Befragt, was mit betagten Kunden werden soll, verweist Traub darauf, dass bis auf Stetten eben keine Filiale geschlossen werden solle. Zudem habe man im Online-Banking starke Wachstumsraten bei den Über-70-Jährigen. Allerdings: Diese hohen Raten sind immer wahrscheinlicher, wenn die Nutzerzahlen in einer Gruppe sehr gering sind – und noch immer wagen sich unter den Senioren vergleichsweise wenige ans Überweisen per Mausklick.

Bedauern für die Älteren

Griesingens Bürgermeister Oliver Klumpp sagt zur Ausdünnung der Servicezeiten: „Ich bedauere, dass die Öffnungszeiten so stark reduziert werden. Leider Gottes aber ist die Entwicklung bei Banken so wie sie ist.“ Er könne den Schritt in betriebswirtschaftlicher Hinsicht „absolut verstehen“, bedauere den Schritt aber vor allem für die „älteren Bürger“. Dieses Bedauern teilt Kirchens Ortsvorsteher Alfons Schrode. Mit den eingeschränkten Öffnungszeiten gehe „ein Stück dörfliche Gewohnheit verloren“.

Vergebliche Hoffnung

Klumpp sagt, er habe vergeblich gehofft, dass nach der Schließung der Auszahlstellen in Schaiblishausen und Nasgenstadt  die Attraktivität des Griesinger Bankstandorts erhöht sei. Im Jahr 2017 hatte die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß acht Zweigstellen geschlossen, außer in Schaiblishausen und in Nasgenstadt noch in Frankenhofen, Granheim, Lauterach, Markbronn und Mundingen. Bis dahin hatte die andere Ehinger Genossenschaftsbank, die Donau-Iller-Bank, 16 kleine Zahlstellen auf dem Land geschlossen. Für die Griesinger „Raiba-Hochsträß“-Kunden, so Klumpp, blieben jetzt nur noch Ehingen und Öpfingen.

Wie lange noch Außenstellen?

Wie lange können Außenstellen mit Menschen am Schalter in Dörfern mit weniger als 2000 Einwohnern überhaupt noch überleben? Dazu sagt Jost Grimm, Vorstand der Donau-Iller-Bank (derzeit sieben regionale Hauptstellen sowie 25 Außenstellen inklusive Selbstbedienungszentren): „Ich weiß nicht. Es könnten drei, fünf oder zehn Jahre sein.“ Das wisse keiner, das Geschäft sei schnelllebiger heutzutage. Aber: „Die Bank vor Ort wird wertgeschätzt.“ Allerdings sei es insbesondere bei guter Beratung für viele Kunden nicht entscheidend, dafür ein paar Kilometer fahren zu müssen.

Schwieriger Blick in die Zukunft

„Ich hoffe natürlich, dass es nicht der erste Schritt zur gänzlichen Schließung der Filiale ist“, sagt Griesingens Bürgermeister Klumpp zu den angedachten Kürzungen der Öffnungszeiten der Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß. Dazu befragt, sagt Vorstand Martin Traub: „Aktuell steht nichts mehr auf dem Prüfstand.“ Was die Zukunft bringe, wisse aber auch er angesichts der „Herausforderungen“ des klassischen Bankgeschäfts und der Digitalisierung nicht. „Ich kann nicht sagen, was in einem, in drei oder in fünf Jahren ist.“

Die Filiale in Kirchen hat ab April nur noch zweimal pro Woche auf. (SZ-Foto: meni)

Die neuen Öffnungszeiten

Kürzungen Statt wie bislang montags bis freitags von 8 bis 17.45 Uhr (außer Mittwochnachmittag und Mittagspausen) hat die Zweigstelle in Kirchen (knapp 1300 Einwohner) ab dem 1. April lediglich noch am Montag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr sowie am Donnerstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die Zweigstelle in Griesingen (etwa 1000 Einwohner) hat künftig nur noch montags zwischen 14 und 17 Uhr sowie donnerstags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. Dieselben Zeiten gelten auch für Arnegg. Pappelau soll an vier Halbtagen die Woche geöffnet haben. Bis zu ihrer Schließung zum Jahreswechsel soll die Zweigstelle in Stetten an zwei Halbtagen pro Woche geöffnet haben.